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Verfasst: Montag 2. September 2002, 20:01
von Lilo
Der Kauf eines Hauses funktioniert in Frankreich schwerlich übers Internet. Eigene Erfahrungen haben gezeigt, daß Makler in Frankreich, häufiger als in Deutschland,
zwar im Netz vertreten sind, aber Anfragen etc. werden so gut wie nie beantwortet. Es gibt wirklich nur vereinzelte Makler, bspw. in Burgund, die auf Anfragen überhaupt reagieren. In der Regel hilft nur ein Vorort-Kontakt, um die eigene Seriosität zu demonstrieren, da Internet-Kontakte häufig als „Piraterie“ aufgefasst werden.
Eigenes Fazit: ich habe, durch persönliche Anwesenheit innerhalb von ca. 2 Wochen mein „Traumobjekt“ gefunden. Recherchen übers Netz, waren zwar hilfreich, was Adressen, Marktspiegel etc. anbelangte, aber letztendlich fruchtlos.
Für weitere Fragen stehe ich (noch) gerne zur Verfügung
Gruß Lilo

Verfasst: Montag 2. September 2002, 21:07
von textspecht
Lilo schrieb:
...In der Regel hilft nur ein Vorort-Kontakt, um die eigene Seriosität zu demonstrieren, da Internet-Kontakte häufig als „Piraterie“ aufgefasst werden.
— ...

Bonjour, Madame,

können Sie mir das vielleicht näher erklären? Wieso sollte es als "Piraterie" aufgefaßt werden wenn ich mich übers Internet für ein Objekt interessiere und Kontakt zu einem Makler suche?
Pardon — ich bin Ostfriese...

Mit freundlichen Grüßen, Heinz-G. Specht

Verfasst: Montag 2. September 2002, 22:04
von Lilo
Pardon, M. Specht,
aber den Ausdruck "Piraterie" habe ich von einem Makler in Uzès, den ich u.a. persönlich aufsuchte.
Er sah dies mit dem Hintergrund, daß in F keine Objektgebundenheit bei Immobilien herrscht, d.h. jeder Makler kann jedes Objekt verkaufen, ob er nun vom Besitzer einen Auftrag bzw. Vertrag hat oder nicht.
Daraus ergibt sich logischerweise die Tatsache, daß unzählige Makler immer auf der Suche nach Verkaufsobjekten sind, teilweise mit ganz abstrusen Methoden.
Die moderne Methode ist natürlich das Internet - und was ist einfacher, als die website eines Maklers im Ort oder der Umgebung durchzuforsten, Objektbeschreibungen, Bilder herunterzuladen - und dann, u. U. das identifizierte Objekt selbst zu verkaufen. Das ist mit der o.g. "Piraterie" gemeint.
Dieses Vorgehen hat, natürlicherweise viele immobiliers zur äußersten Vorsicht veranlaßt. Was für den potentiellen Verkäufer wiederum die Folge hat, daß zum Ersten interessante Häuser gar nicht erst im Netz sind und Zweitens erst nach persönlicher Vorstellung beim Makler, telefonischer Kontakt reicht auch nicht, der Makler mit den richtig guten Sachen rausrückt.
Der Schluß ist logisch und ich bin mir sicher, daß auch deutsche Makler auf diese Idee kämen, wäre hier das Vertragswesen ebenso. Sogar ostfriesische Makler kämen über kurz oder lang zu dieser Vorgehensweise, ist es doch einfacher im Internet zu surfen als über Priele staken.
mit einem herzlichen "moin, moin"
Lilo

Verfasst: Dienstag 3. September 2002, 14:18
von Wolfram Gagern
Der Vollständigkeit halber:
1. Der Makler verkauft natürlich nicht, sondern vermittelt (er ist ja nicht Eigentümer)

2. Auch in Deutschland kann theoretisch jeder Makler jedes Objekt vermitteln. Für den Maklerlohn genügt der Nachweis der (Mit-)Ursächlichkeit seiner Vermittlungstätigkeit für den späteren Kauf der Immobilie.
Wenn also ein Makler im Internet auf ein Objekt aufmerksam macht, wird er, bevor er die entsprechenden Daten (Adresse von Objekt und Eigentümer) herausgibt, mit dem potentiellen Käufer einen Maklervertrag abschließen.


Gruß,
Wolfram

Verfasst: Sonntag 8. September 2002, 08:54
von Stefan Cilimba
Es ist sogar so, dass ein Makler erst dann Werdung für ein Objekt machen darf, wenn vom Verkäufer ein Mandat de vente, meistens sans exclusivitè, also ein nichtexclsusives Verkaufsmandat, unterschrieben ist.
Wenn kein Mandat vorhanden ist und der Makler vermittelt, kann es ihm passieren, das er keine Frais d'agence bekommt, wenn es zum Abschluss kommt.
Stefan