Warum fasziniert uns Frankreich?

Für alle Themen, die mit Frankreich in Zusammenhang stehen und die in keines der anderen Foren passen.
Frankreichfreund
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Dienstag 5. November 2002, 06:21

hallo!


natürlich habt ihr beide vollkommen recht. Habe zwar nicht gewußt, das es so arg dort ist in NIzza aber ihr seid die Kenner dieser Region.

Ich weiß arbeiten muß man überall, außer man ist Privatier mit Millionen Euro. Ich weißt auch von der hohen Arbeitslosenrate an der Cote D'Azur vorwiegend unter den Jugendlichen. Noch eine Frage zum Schluß. Ihr wißt das mir Frankreich bze. diese Region sehr gut gefällt.

Ist es im Dep. Var Region Toulon auch so ähnlich wie in Nizza? Gibt es dort billigere Wohnmöglichkeiten?

Beruflich möchte ich so in Richtung Rettungsdienst (S.A.M.U.) gehen, da ich in Österreich als Rettungssanitäter tätig bin.


LG aus Österreich

Frankreichfreund
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couscous
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Donnerstag 7. November 2002, 01:18

Nein, auch im Var und in Toulon gibt es keine billigen Wohnungen. Im südlichen Var hängt alles vom Tourismus ab, im nördlichen Var ist der Hund begraben und im Winter wirds kalt wie in den Alpen, und in Toulon gehen die paar Wohnungen an die dort Werktätigen und die wenigen Sozialwohnungen an die 22 Prozent Arbeitslosen. Zwischen Antibes und St. Tropez kannst du "mieten" völlig vergessen, auf 30 leere Wohnungen kommen 380 Interessenten. Hier geht es nur um Kauf, Verkauf, um Ellenbogen und schicki-micki. Ich bin froh, dass mit den Beiträgen von textspecht und Lucie wieder ein wenig Realismus im Forum eintritt. Wir müssen einfach deutlich auseinanderhalten: Landschaftliche Schönheit und gutes Klima, ein paar Super-Yachten von Super-Reichen in St. Tropez oder Monaco, das ist alles nur eine Seite von Südfrankreich, und zwar die Bonbon-Seite. Die hohe Arbeitslosigkeit, fehlender Wohnraum, fatales und kriminelles Verkehrsverhalten auf den Straßen, Rassismus und Ausländerhass (bis zu 38 % Stimmenateil für die Nationale Front), miese oder keine Unterkünfte und schlechte Bezahlung für Saisonarbeitskräfte, Kungelei und Intrigen auf den Behörden, St.Tropez als reichste Kommune der Welt hat keinen Jugendclub und ein Krankenhaus zum Heulen und Wegwerfen, aber in den Strandclubs von Pamplone schütten sich morgens zum Frühstück die "Schönen und Reichen" den Champagner über nackte Brüste, die Flasche zu 400 Euro, und dazwischen die Parasiten und Möchtegerns, die darauf hoffen, einen idiotischen Krümel vom Kuchen abzubekommen.
Um hier einer Vermutung vorzubeugen: Nein, ich schreibe das nicht aus Neid und Missgunst (diese Ärsche gehen mir sonstwo vorbei, ich brauche sie nicht und ich lehne ihre Einladungen ab), es ist nur die realistische Einschätzung eines Menschen der vor vielen Jahren hier mit Rosinen im Kopf angekommen war und unterdessen viel, sehr viel dazu lernen musste. Fazit: Eine wunderschönes Land, zwischendurch auch mal mit recht angenehmen Menschen, aber lasst euch bitte nicht immer gleich von der Sonne blenden, sie kann nämlich auch verbrennen. Meistens verbrennt sie jene, die mit Flausen im Kopf hier ankommen, oder jene, die auf der falschen Seite der Finanzwelt geboren wurden. Und was das Thema "Arbeit" betrifft: Um hier als Normalbürger zu leben, muss man doppelt so viel arbeiten wie in Deutschland, hat aber dafür nur den halben Lebensstandard.
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Michael Kuss
textspecht
Beiträge: 548
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Donnerstag 7. November 2002, 04:20

Merci, Michael Kuss-"couscous", für Ihre klare Darstellung der Realitäten, an denen sich niemand vorbeidrücken kann. Denn Ihr Wort hat das Gewicht der persönlichen Erfahrung aus langen praktischen Jahren in Frankreich.
Ich halte das Thema, das über diesem Forumskapitel steht ("Was uns an Frankreich fasziniert") für weltfremd und lebensfern. Darum eröffne ich ein neues: Warum ich in Frankreich arbeiten möchte

Gruß vom Textspecht
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Frankreichfreund
Beiträge: 69
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Donnerstag 7. November 2002, 06:34

Guten Morgen!

Dann bin ich immer wieder falsch informiert worden, bevor ich in dieses Forum ging. Nach meinen Recherchen, hat Frankreich einen der höchsten Lebensstandards aller europäischen Länder an erster Stell natürlich Skandinavien. Im Jahr 2000 wurde bei einer europaweiten Bewertung das gesundheitssystems Frankreichs als das beste aller europäischen Länder bewertet. Alles nur Lug und Trug??

Sie verschrecken ja alle Leute mit Ihren Kommentaren die nach Frankreich aussteigen dort leben bzw. arbeiten möchten!

Betrifft diese Katastrophen, die sie schreiben nur die Cote D' Azur oder ganz Frankreich? Das haben Sie mir leider noch nicht verraten.



gruß,


Frankreichfreund
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couscous
Beiträge: 43
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Donnerstag 7. November 2002, 09:24

Zunächst an textspecht: "Couscous" musste ich bei der Neuregistrierung wählen, weil dieses Forum mich nicht mehr unter meinem Namen "Michael Kuss" (womit ich über 120 Beiträge geschrieben habe) einloggen lässt sondern dauernd rausschmeißt.

Jetzt an Frankreichfreund: DIE Statistik vom höchsten Lebensstandard und dem ausgezeichneten Gesundheitssystem möchte ich mal sehen! Da hat man wohl nur die Einkommen von über 4000 Euro/mtl. registriert. Der Rest, nämlich 85 %, hat von "skandinavischem" Lebensstandard noch nichts gespürt. Und was das Gesundheitssystem betrifft: Stellt euch mal die Frage, warum alle paar Wochen enorme Streiks von Personal und Ärzten die Krankenhäuser und Arzt-Praxen lahm legt? Ist das alles grundlos, nur aus Jux und Dollerei, weil alles so gut in Ordnung ist?
Und zu Ihrer Feststellung, wir würden potentiellen Frankreich-Aussteigern mit solchen Horrormeldungen von einem Ausstieg nach Frankreich abhalten: Blödsinn! Ich verdiene ja u.a. als Frankreichberater mein Geld, müsste eigentlich ein Interesse daran haben, soviel wie mögliche Aussteiger für Frankreich zu gewinnen. Aber ich schmiere meinen Kunden keinen Honig um den Mund sondern erläutere Ihnen klar zur Abwägung die Positiv- und die Negativ-Seiten. Und diese beiden Seiten gibt es in Frankreich ebenso wie in allen anderen Ländern. Aber ich mache mich nicht schuldig, indem ich die Leute mit Honig und Menna nach Frankreich locke. Zu einem Ausstieg nach Frankreich gehört, dass man die sosarote Sonnenbrille des Urlaubs mal für eine Weile absetzt und sich mit Fakten, nicht mit Träumen befasst. Nur so kann man ein "neues Leben" beginnen, egal ob in Frankreich oder sonstwo auf der Welt. Und je schneller Sie diese rosarote Brille absetzen, um so schneller klappt die Eingliederung. Wobei natürlich die finanziellen und beruflichen Voraussetzungen auch eine entscheidente Rolle spielen. Für bestimmte Berufsgruppen ist in Frankreich einfach nichts drin. Wenn man aber trotzdem in der Sonne leben will, dann nicht wie Gott in Frankreich, sondern mit eingeschränktem Lebensstandard. Oder haben Sie ein paar Millionen oder wenigstens hunderttausend im Hintergrund? In diesem Fall erübrigt sich jede weitere Diskussion.
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Michael Kuss
katinka
Beiträge: 11
Registriert: Dienstag 29. Oktober 2002, 11:19

Donnerstag 7. November 2002, 09:25

Lieber Frankreichfreund!

Ich bin zwar noch neu in diesem Forum, aber wenn ich Ihre Beiträge hier lese, kann ich den anderen Zitatantworten nur Recht geben.
Ich möchte auch auswandern, mein Freund ist Franzose, daher denke ich nicht, dass ich mit einem Kopf voll Flausen nach Frankreich komme. Ich weiß zwar nicht, wie es an der Côte d'Azur aussieht, aber eins weiß ich bestimmt: SO GUT, wie Sie es bezüglich der Sozialleistungen, des Gehaltsniveaus, etc. sehen, ist es nicht!
Wie gesagt, ich kann hier nur in meinem Fall antworten, aber auch das, was ich von französischen Freunden und Bekannten weiß, spiegelt meine Erfahrungen wider: Das Gehaltsniveau ist in F beispielsweise 10-20% niedriger. Das konnte ich daran sehen, dass mein erstes richtiges Einstellungsgespräch ziemlich abstürzte, als der Chef fragte, was ich mir denn gehaltlich so vorstelle, bzw. was ich bis jetzt in D verdient habe. Als ich geantwortet habe (und ich bin KEIN Großverdiener!), sind ihm fast die Augen aus dem Kopf gefallen. Gut, man muß dann dazu sagen, dass die Steuern anders abgeführt werden, bzw. dass es da eine Differenz gibt.
Aber das "reißt es nicht raus"!
Anders kann ich es mir nicht erklären, dass Leute mit "normalen" Jobs (Handwerker,Sozialarbeiter o.ä.) bei zwei Einkommen immer noch keine großen Sprünge machen können.
Ich will Dir deine Freude nicht verderben, aber ein bißchen mehr Realismus tut hier not! :-)
Kennst Du denn nicht ein paar Franzosen, mit denen Du darüber mal reden kannst? - Das ist manchmal vielleicht gut, um ein paar "echte" Informationen zu sammeln und nicht nur ein paar halbgare Sachen zu erfahren.
(Damit meine ich nicht dieses Forum!)
Liebe Grüße,
Katinka
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Bine
Moderator
Beiträge: 568
Registriert: Donnerstag 11. April 2002, 21:06
Wohnort: Nürnberg

Donnerstag 7. November 2002, 09:30

Hallo Ronald,
nach dem Lesen Ihres letzten Eintrages drängt sich mir die Frage auf, was Sie eigentlich von diesem Forum erwarten.....

Ehrliche Antworten zur Situation in Frankreich und die Schwierigkeiten und vermeintliche "Fussangeln", die Sie und Andere bei einem Umzug erwarten.....
oder
touristische Werbung, die Sie in Ihrem momentan eher durch Ferienaufenthalte geprägten Frankreich-heile-Welt-und-Sonnenschein-Bild noch bestärkt. Diese traumhafte Vorstellung ist natürlich völlig legitim, wenn Sie weiterhin einige Wochen zauberhaften Urlaub im Jahr dort verbringen möchten und sollten Sie sich auch erhalten, denn davon zehrt man klar im Winter im eigenen vermeintlichen tristen Heimatort....

Aber wenn Sie wirklich vorhaben, Ihren Arbeit- und Wohnstätte nach Südfrankreich zu verlegen, kann es doch nur in Ihrem Sinne sein, wenn Ihnen alltagserprobte Forumteilnehmer die rosarote Brille etwas abnehmen und Ihnen dadurch helfen eventuelle Fehler oder finanzielle Katastrophen schon im Vorfeld zu verhindern.....

Für mich steht seit ich denken kann fest, dass ich irgendwann
nach Frankreich umsattle, ich habe auch zwischendurch saisonal in Frankreich gelebt und gearbeitet, aber für einen entgültigen Umzug in dieses Land braucht es halt leider mehr als gepackte Koffer und ein vollgetanktes Auto ;-)
und deshalb wird es bei mir besonders "sparenderweise" noch ein bisschen dauern :-(( ... aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben ;-)

Mit vielen Grüssen aus der Spielzeugstadt

Bine
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"Es ist wichtiger, daß sich jemand über eine Rosenblüte freut, als daß er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt." Oscar Wilde
"Der Glaube, es gebe nur eine Wirklichkeit, ist die gefährlichste Selbsttäuschung." Paul Watzlawick
couscous
Beiträge: 43
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Donnerstag 7. November 2002, 09:54

Noch ein Zusatz zum Frankreichfreund aus Österreich:
Ihnen ist momentan nicht zu helfen. Sie müssen aus eigenen Erfahrungen klug werden. Vor allem sollten Sie lernen zu differenzieren; z.B. gibt es nicht nur die GANZ Reichen und dann die GANZ Armen und dazwischen nichts. Und die Leute leben auch (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nicht unter Brücken, aber sie leben weit unter dem Lebensstandard und unter dem Komfort anderer Länder und gewiss nicht an zweiter oder gar erster Stelle, wie Sie glauben. Sie müssen hier für die Miete (wenn's überhaupt einigermaßen preiswerte Wohnungern gibt) mehr von Ihrem Monatsgehalt hinlegen, als anderswo. Logischerweise fehlt dieses Geld für anderen Konfort, oder? Sie zahlen hier an der Küste für fast alle Konsumgüter und Dienstleistungen 30 Prozent mehr als in übrigen Regionen (abgesehen von Paris, wo die dortigen um 30 Prozent höheren Lebenshaltungskosten wenigstens mit einem um 20 % höherem Lohnausgleich kompensiert werden). Es werden hier von der breiten Masse weit weniger langfristige Konsumgüter gekauft als woanders; das macht sich dann - z.B. - in einfachen Möbeln bemerkbar, aber auch an der Qualität der Kleidung. Mensch, machen Sie doch mal die Augen auf, wenn Sie hier unten sind!!! Gehen Sie mal in Nizza vom Hotel Negresco und vom Blumenmarkt und den folkloristischen Altstadtstraßen über den unter die Erde gelegten Fluss hinüber auf die andere Seite der Stadt. Sie fragen, wo denn die Reichen und die Armen wohnen? Die meisten Reichen wohnen überhaupt nicht hier, die kommen nur mal zum Flanieren oder ausflippen oder Angeben in ihre Villa, die ansonsten leer steht und von Gärtnern bewacht und gepflegt werden, die so viel im Monat verdienen, wie der Hausherr oder die Dame gerade mal für zwei Abendessen im Restaurant ausgeben. Dann gibt es eine große Mittelschicht hier, das sind kleine selbstständige Handwerks- oder Dienstleistungsbetriebe, die sind einigermaßen zu Wohlstand gekommen durch den Bauboom und die nachfolgenden Pflege- und Reparaturarbeiten, sowie durch einen jetzt stagnierenden Immobilienhandel. Und dann gibt es das große Heer der Otto Normalverbraucher, die arbeiten mehr als Arbeiter in Deutschland, verdienen aber weniger. Der Drang nach der Sonne lässt uns nämlich soziale und finanzielle Zugeständnisse machen!
Da schreiben Sie, Sie hätten sich JAHRELANG vorab informiert über das Leben in Frankreich. Viel Brauchbares scheint aber bisher noch nicht dabei heraus gekommen zu sein. Also bleibe ich bei meiner Antwort: Kommen Sie her, wurschteln Sie sich durch, und dann reden wir weiter...
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Michael Kuss
Lucie
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Donnerstag 7. November 2002, 10:52

Hallo Frankreichfreund,
in dieser Debatte geht es doch nur darum ,Ihnen ein realistisches Bild der wirtschaftlichen und sozialen Lage Frankreichs zu verschaffen. Niemand will sie hier verschrecken oder persönlich angreifen. Wie wäre es, wenn sie sich mal über staatliche Austauschprogramme informierten. Es gibt doch bestimmt ein Auswärtiges Amt in Österreich. Sie haben in einer Mail geschrieben, dass sie in F gerne als Sanitäter beim Samu arbeiten wollten. So weit ich weiss (ich kann mich auch irren), gehört in F der "Samu" zur Feuerwehr, d.h. es sind Feuerwehrmänner mit einer Spezialausbildung. Ein erster Schritt wäre sich zu erkundigen, ob ihre Ausbildung in F anerkannt ist.
Viele Grüsse
Lucie
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couscous
Beiträge: 43
Registriert: Montag 21. Oktober 2002, 23:56
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Donnerstag 7. November 2002, 12:38

Ja, die staatlichen Rettungsdienste unterliegen den pompiers, der Feuerwehr, und benötigen eine spezielle Rettungsausbildung und absolut perfekte Französischkenntnisse; sie arbeiten mit dem immer anwesenden Arzt oder der Ärztin zusammen. Die privaten Dienste sind meist nur "Krankentransporte", bei denen ist - theoretisch - eher eine Arbeitsstelle zu bekommen, die Fahrer(innen) und Beifahrer haben "Kenntnisse" in erster Hilfe, müssen aber in zwingenden Lagen die Gendarmerie und die pompiers informieren bzw. hinzuziehen.
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Michael Kuss
katinka
Beiträge: 11
Registriert: Dienstag 29. Oktober 2002, 11:19

Donnerstag 7. November 2002, 12:56

Noch ein kleiner Nachtrag an Frankreichfreund: Was ich nicht verstehe, Sie haben mir doch auf meine "Versicherungsfrage" geantwortet, Sie wären im Versicherungsbereich tätig. Nun als "Samu"? - Das ist aber ein großer Sprung, oder nicht?
Zuletzt geändert von katinka am Donnerstag 7. November 2002, 12:58, insgesamt 1-mal geändert.
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Wolfram Gagern
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Donnerstag 7. November 2002, 15:03

Das ist wohl in etwa so wie mit der gefühlten und der tatsächlichen Temperatur ;)
Dass die angewandten Kriterien nicht immer sehr nützlich sind, erschließt sich einem recht schnell. So kommt Andorra im Ranking z.B. weit vor Deutschland, weil Ausgaben i.H.v. (als Beispiel) € 1000 natürlich viel mehr Prozent vom BIP ausmachen als € 10000 in D. Für die Berechnung der Gesundheitsausgaben pro Kopf werden nämlich keine absoluten, sondern relative Zahlen verwendet.

Gruß,
Wolfram
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Frankreichfreund
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Donnerstag 7. November 2002, 15:56

Hallo!

Warum steigen dann eigentlich so viele Leute nach Frankreich aus?? nur wegen der landschaft, mentalität, klima, lebensweise? Wenn alles schlechter ist als in Deutschland und österreich?? Das glaub ich kaum; und aus der rosaroten brille sehe ich das ganze sicher nicht!

Dann sind doch diese Leute alle blöde, wenn Sie durch einen Ausstieg nach frankreich Verschlechterungen im Lebensstandard und gehalt einfach akzeptieren??


ich kenne mich nicht mehr aus, tut mit leid. Ich habe und damit bin ich absolut kein LÜGNER anderes über Frankreich gehört! Das ist ganz klar, es gibt in jedem Land probleme. Aber das es in Frankreich noch viel schlimmer sein soll als in Deutschland kann ich nicht glauben. Tut mir leid.


Ich habe an der Cote Franzosen kennengelernt, die mir andere gesagt haben.
Aufgrund Eurer Stellungnahmen ist es jedem dringend abzuraten nach Frankreich oder an die Cote auszuwandern. Man weiß auch das die Medien das ganze drumherum auch ziemlich aufpauschen, was in österreich auch an der Tagesordnung steht. In österreich heisst es, burgenland von dort komme ich, sei das sicherste bundesland österreichs (sagen die Medien). Aber von der kriminalität die es hier auch gibt Einbrüche durch Ausländer usw. spricht keiner!

Ihr habt mir aber nicht verraten ob das nur die Cote D ' Azur betrifft oder ganz Frankreich?!?!


Gruß,


Frankreichfreund
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Wolfram Gagern
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Freitag 8. November 2002, 02:03

Frankreichfreund schrieb:
Hallo!

Warum steigen dann eigentlich so viele Leute nach Frankreich aus?? nur wegen der landschaft, mentalität, klima, lebensweise? Wenn alles schlechter ist als in Deutschland und österreich??
Na das sind doch schon vier gewichtige Gründe, die einem zum Auswandern verführen können.

Es ist eben nicht so und es hat auch keiner geschrieben, wie Sie leider pauschal behaupten, dass alles schlechter oder schlimmer ist in Frankreich.
Es ist so wie in allen "Industrienationen": irgendwie ist alles ähnlich; manches ist besser, manches ist schlechter als daheim. Und wenn man mehr wert auf das legt, was woanders objektiv oder subjektiv besser ist und man manches von dem, was schlechter ist, im besten Falle auch noch charmant findet, dann wandert man u.U. eben aus.
Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Die hier im Forum angeführten Unterschiede/Nachteile treffen auch meiner Ansicht nach zu.
Da hilft es nicht, zu sagen, das glaub' ich nicht, ihr macht alles schlecht.
Es gäbe eh mehr Positives als Negatives zu Frankreich zu berichten, aber das ist hier nicht Thema (geworden).

Gruß,
Wolfram
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textspecht
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Freitag 8. November 2002, 03:27

Gegen die Naivität dieses unerbittlichen Frankreichfreundes ist kein Kraut gewachsen. Er versteht — wie viele junge Leute — offenbar nicht mehr, einzelne Fakten zum Gesamtbild zusammenzufügen, scheinbare Widersprüche inhaltlich zu ergänzen und praktische hinweise real umzusetzen.
Hausintern haben wir ihn längst den "Pisa-Studenten" getauft und unsere Bemühungen über interne Mails aufgegeben. Dann soll er tun, was er nicht lassen kann und ohne Sprachkenntnisse oder anderweitige Orientierung halt auf die Nase fallen. Anders lernt er es nie.

Zynismis liegt mir fern. Aber anders ist dem Mann doch nicht zu helfen.

textspecht
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couscous
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Samstag 9. November 2002, 17:42

Na ja, er hat sich ja aus dem Forum verabschiedet. Statt zu lernen und etwas annehmen zu wollen, schmeißen Besserwisser bei Ausweglosigkeit das Handtuch. (Das scheint wohl mitunter ein psychologisches Phänomen zu sein). Jetzt warte ich nur auf den Moment, wo er das hier im Forum Gelernte auf seiner Web-Seite einbringt und als "Ergebnis eigener Recherche" verkauft.
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Michael Kuss
couscous
Beiträge: 43
Registriert: Montag 21. Oktober 2002, 23:56
Wohnort: France

Sonntag 10. November 2002, 00:29

Nach den Unfruchtbarkeiten der letzten Tage könnten wir jetzt doch endlich zum ursprünglichen Thema zurück kommen: "Was fasziniert mich an Frankreich?" Ich weite das sogar aus und habe vielen Leuten (Franzosen und Nicht-Franzosen) die Frage gestellt: "Was haben Sie an Frankreich und Franzosen oder umgekehrt an Frankreich-Besuchern also Ausländern auszusetzen, zu kritisieren, und was finden Sie lobens- oder beachtenswert?"
Und siehe da, es kamen eine Reihe interessanter Meinungen von allen Seiten zusammen, positiv und negativ, mitunter sogar ganz schön happig, meistens aber mit dem Willen zur nüchternen Einschätzung, die letztlich den Ausgleich, die Balance schafft. Allerdings sind einige Aussagen dermaßen "konkret und provokant", dass sie sicher Stein des Anstoßes und Anstoß für Diskussionen geben. Leider sind das mehrere Seiten geworden, zu lang für hier. Ich weise in meinem nächsten newsletter darauf hin und danach kann man sie nachlesen, ausdrucken oder herunterladen im Frankreich-Archiv auf meiner Web-Seite.
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Michael Kuss
Frankreichfreund
Beiträge: 69
Registriert: Dienstag 22. Oktober 2002, 15:49

Mittwoch 13. November 2002, 16:16

Nur zur Information Hr. Kuss, ich habe nicht das Handtuch geworfen, der Administrator hatte mich für einige Tage gebannt. Weiß zwar nicht warum, aber bitte. Anscheinend darf man in diesem Forum keine anderen Meinungen und kein anderes Wissen über Frankreich vertreten.


Gruß, Frankreichfreund

P.S. Hoffe das darf ich wenigsten sagen.
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Frankreichfreund
Beiträge: 69
Registriert: Dienstag 22. Oktober 2002, 15:49

Mittwoch 13. November 2002, 16:20

Immerhin habe ich dieses Thema "Warum fasziniert uns Frankreich" ins Forum gestellt. Aber davon spricht leider keiner mehr, das ich dieses thema angeschnitten habe.

Dürfte ja ein absolut heisses Thema sein, mit über 600 Einsichtnahmen zu dieser Thematik.

P.S. Ich möchte nicht wieder zum kritisieren anfangen, aber das Auslachen und Lachen über meine Person finde ich etwas kindisch und einen psychologischen Knacks habe ich sicher nicht.

Frankreichfreund
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katinka
Beiträge: 11
Registriert: Dienstag 29. Oktober 2002, 11:19

Mittwoch 13. November 2002, 16:40

Hallo Frankreichfreund,

es lacht ganz sicher keiner, aber ich denke es war darauf bezogen, dass Du, obwohl es WIRKLICH "Gegenbeweise" gab, Du teilweise falsche Informationen verbreitet hast, wenn man z.B. die Sache mit der Krankenversicherung betrachtet. Ich zum Beispiel habe nach Möglichkeiten gefragt, wie ich mich krankenversichern kann in F. Daraufhin sagst du, es wäre kein Problem, man müsste nur das Formular bei der heimischen Kasse beantragen, später dann in F einreichen, usw...
ABER das geht nicht, wenn man "aussteigt", nicht sofort einen Job findet, dann ist man nicht mehr über die heimische Kasse versichert, und in F ist man nicht mehr im Touristenstatus, also auch nicht versichert! Da hast Du Dich vielleicht ein bißchen falsch ausgedrückt, dann gab's die Diskussion mit Michael Kuss, und das Ganze hat sich hochgesteigert. Das Problem daran ist nur, wenn jemand eine solche Info bekommt, sich darauf verläßt und so nach F "auswandert", steht er da ganz schön doof da.
Das wollten andere Forumsteilnehmer klarstellen, und Dir auch ein bißchen helfen, indem sie Dir NICHT den Idealismus rauben, aber vielleicht klarmachen, daß man nicht blauäugig "auswandern" sollte, also nicht nur den "Urlaubsort" sehen, sondern das "harte" Leben!
Ich würde keine Haarspaltereien mehr betreiben und nicht mit "Österreicherfeindlichkeit" kommen, sondern die positiven Seiten dieses Forums, nämlich, dass man von vielen Menschen Infos bekommt (vielleicht nicht immer dass, was man gerne hören möchte - aber so ist das halt), sich ausstauschen kann, und wer weiß, vielleicht irgendwann den Schritt wagt, aber nicht mit "Flausen" im Kopf... ;)
Du hast doch bestimmt auch schon was Positives davon gehabt, oder nicht?
Gruß, Katja
Zuletzt geändert von katinka am Mittwoch 13. November 2002, 16:43, insgesamt 1-mal geändert.
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