Neuestes von den Unwettern in Südfrankreich

Für alle Themen, die mit Frankreich in Zusammenhang stehen und die in keines der anderen Foren passen.
Lilo
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Freitag 13. September 2002, 18:27

Gerade, 13.9., 18:50 habe ich folgende Mail aus dem Überschwemmungsgebiet Bagnols-s-Cèze bekommen.
Ohne Kommentar!

Chère Lilo,
Mille merci de penser à nous!Malheureusement, nous avons été touché par les innondations, mais rien de comparable avec les sinistrés de Codolet, Goudargues, Ales. Lundi 09/09, nous avons dormi dans un appartement loués mais innocupé par les locataires qui s'étaient absentés pour 5 jours. Le temps pour nous de mettre en hauteur les machines de la buanderie et le materiel du bureau, la rivière La Cèze était montée à plus d'un mêtre au nivau du portail. Philippe et moi avions installé une planche de sécurité de 0.90cms de Haut et elle est passée par dessus jusqu'a 2.30m de haut. Nous avons eu très peur, l'eau montait les escaliers du L3, il ne restait plus que 1 marche et nous étions innondés au 1er étage. Nous avons passé une nuit blanche, car les enfants étaient seuls à la maison; Au matin La Cèze est redessendue, laissant derrière elle des tonnes de boue et de fuel (les cuves de mazout alimentant les chaudières du voisinage s'étaient vidées) pour te donner une idée cela ressemblait à du chocolat au lait fondu, sauf que l'odeur était irespirable à cause du fuel. 3 jours de nettoyage. Comme tous les habitants de Chusclan et des alentours, nous avons tout jeté à la poubelle municipale et nous avons gardé une impression de cauchemard qui se prolonge la nuit et nous empèche de dormir. Mais, je le répète, il y a plus malheureux que nous, ce n'est que du materiel. Les locations on étés prises d'assaut pour plusieurs mois; Nous allons essayer de vous reserver un appartement.Ce sera très difficil , nous vous tiendrons au courant. Encors merci de votre amitié
Amicalement
Philippe et Véronique
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textspecht
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Freitag 13. September 2002, 20:12

Schwer, dazu Worte zu finden. Zumal, wenn man das gesamte Umfeld selber kennt, in der zitierten Ferienwohnung "L3" (hoch im ersten Stock) noch vor wenigen Monaten selber gewohnt und ein Haus in eben dieser Region gesucht hat. Betroffenheit ist gar kein Ausdruck für das, was einen da bewegt.

Vielen Dank jedenfalls an Lilo, daß sie diese erste Rückmeldung von Freunden aus dem Katastropengebiet gleich ins Forum gesetzt hat. Denn hier gibt es sicher immer noch einige, die seit Tagen auf ein Zeichen ihrer Freunde warten, weil die Telefon-/Internet-Linien immer noch nicht überall einwandfrei wieder funktionieren.

Ansich wollten wir im Oktober bei Philippe und Véronique in Chusclan bei Bagnols wieder eine Ferienwohnung mieten, um uns um unser künftiges Objekt bei Banne (Ardèche) zu kümmern. Weil es im Raum Bagnols nun viele Menschen gibt, die diese Räume dringender benötigen als wir, werden wir eben eine andere, wenngleich teurere Lösung finden.

Wir hoffen, daß die Region ihre Freunde behält und in der nächste Saison alle wiederkommen. Denn hier zählt jetzt jeder Euro, um aus dem Schlamassel wieder herauszukommen! Die Schäden hier sind weißgott nicht geringer als jene in Ostdeutschland, die deutschen Medien — gerade in Wahlkampfzeiten — endlose Seiten, Sendestunden und Spendenaufrufe wert waren.

Heinz-Günter Specht
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textspecht
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Sonntag 15. September 2002, 23:35

Bonjour,
müssen wir erst die Marseillaise blasen oder hat irgendwer, irgendwo auch so eine lebendige Idee, um hier zu helfen? Ein Forum von Frankreich-Freunden, dem dazu nichts einfällt, ist ja wohl ein sehr schwaches Bild!
Herr Gagern, warum gab es in diesem (kommerziellen) F-Portal keine umfassenderen Nachrichten zu Aktualitäten, warum bisher noch keine Ebene zum Beistand für die Flutopfer in Südfrankreich?

Fragen wir doch lieber gleich unseren bewährten Praktiker Michael Kuss, der sich auch hier bestimmt bestens auskennt: Wie können wir den Betroffenen helfen, über welche Spendenkonten bekommen sie wirklich konkrete Hilfe?

Mit nachdenklichen Grüßen
Ihr Heinz-Günter Specht
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Lilo
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Montag 16. September 2002, 08:35

Das Hochwasser ist zurückgegangen, die Wunden sind geblieben.
Sehr nachdenklich, aber auch sehr traurig hat mich die Resonanz im Frankreich-Forum gemacht.

Wo sind all die Frankreich-Liebhaber geblieben? Ich will hier wahrlich keinen Spenden-Aufruf starten oder um aktive Hilfe buhlen. Es geht einfach darum, daß ein Land, welches uns allen (?) am Herzen liegt, von einer Katastrophe heimgesucht wurde und niemanden hat es gekümmert. Keine Informationen, Fragen, kein Meinungsaustausch!

Frankreich von seiner hellen Urlaubsseite ist eben angenehmer. Allerdings sollte man mit seinem nächsten Frankreich-Urlaub noch warten, bis der Schlamm weggeräumt ist, die Straßen repariert sind, die Häuser ausgetrocknet, der neue Weinjahrgang an den Reben reift. Die Einwohner wieder in ihre Häuser können und keine Turnhallen oder gar Ferienwohnungen blockieren.

Wo bleibt der kollektive Aufschrei im Forum, der beispielsweise beim Thema Werbung so laut war?

Schade

Lilo
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Wolfram Gagern
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Montag 16. September 2002, 11:59

Bei aller Liebe, Eure "Entrüstung" kann ich nicht ganz nachvollziehen.
Betroffenheitskundgaben oder gar ein Aufschrei à la "Das ist aber schlimm" sind hohle Floskeln und bringen niemandem etwas, zumal die Geschädigten selbst hier wohl noch nicht einmal teilnehmen.
Spenden, selber hinfahren (jetzt oder im nächsten Urlaub) ist nunmal das einzig sinnvolle, was man tun kann.
Wenn ich also nichts Praktisches, Informatives (wie Lilo) oder Hilfreiches beizutragen habe, habe ich auch nichts zu schreiben (ganz zu schweigen davon, dass ich und bestimmt auch andere Teilnehmer das Wochenende über nicht am Computer gesessen haben).
Im Übrigen versucht man selbst auf den Homepages französischer Zeitungen und Magazine - auch beim Midi Libre - vergebens, Spendenaufrufe oder -konten zu finden.
Wir wollen also nicht päpstlicher sein als der Papst.

Herr Specht wird das noch nicht wissen: Mit dem Inhalt des restlichen Frankreich-Info-Magazins habe ich schon lange nichts mehr zu tun und Jörg Zell (der Webmaster) kann sich um das eigentlich nicht rentable Frankreich-Info.de leider auch nicht mehr so kümmern, wie er es gerne hätte.

Zum Schluss dann noch die gute Nachricht für alle potentiellen Spender: Beim Roten Kreuz kann man online per Carte Bleue spenden. Das sollte dann auch mit einer deutschen VISA-Karte klappen.

Gruß,
Wolfram
Zuletzt geändert von Wolfram Gagern am Montag 16. September 2002, 12:00, insgesamt 1-mal geändert.
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Bine
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Montag 16. September 2002, 12:26

Ich stimme Wolfram (mal wieder ;-) ) voll zu.

Ich habe regen Kontakt mit meinen Freunden, denen und deren Ortschaften in der Camargue glücklicherweise nichts passiert ist.... waren ja auch nur schlappe 20 km weiter südlich....

Auf meine Frage, ob und wie wir helfen können kam auch nur die lapidare Antwort:"Willst Du jetzt runterfahren um Schlamm zu kehren? ... und dabei den Leuten im Weg sein ? "
Abgesehen davon, dass ich momentan leider damit beschäftigt bin an den Wochenenden meiner Schwiegermutter zu helfen, deren Haus hier im deutschen Osten massiv vom Hochwasser betroffen war.

Ich denke auch, dass hier ein "Oh Gott, die Ärmsten tun mir ja so leid"-Aufschrei wenig nützlich wäre....
wer Leute aus den betroffenen Gebieten kennt, kann wohl eher mal nachfragen, wie man helfen kann.......
ansonsten nächstes Jahr möglichst viel Umsatz in diese Region bringen, das hilft den Kommunen wohl mehr......

Eine schöne Woche

Bine
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"Es ist wichtiger, daß sich jemand über eine Rosenblüte freut, als daß er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt." Oscar Wilde
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textspecht
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Montag 16. September 2002, 16:56

Bonjour,
tja, wenn jemand den Leuten nur im Wege steht, kann man wirklich nur antworten: "Hilf uns lieber nicht, wir haben’s allein schon schwer genug." — Den Frankreichurlaub im kommenden Jahr als sozialen Akt zu betrachten, ist geradezu genial! Warum sind die smarten Jungs im Touristikmarketing noch nicht auf diese clevere Idee gekommen? Erschien denen das etwa zu zynisch? Na sowas...
Auch die Einstellung von Herrn Gagern zu diesem Thema läßt mich den Kopf schütteln. Muß denn erst von den Betroffenen oder der einheimischen Presse zur Hilfe aufgerufen werden? Erkennt man nicht selber, wo Hilfe nötig und wichtig ist? Ich rede von Hilfe, nicht von verbalen Mitleidsbekundungen.
Wenn Sie sehen, daß jemand gestürzt ist, fragen Sie doch wohl auch nicht: "Soll ich Ihnen helfen oder liegen Sie gern so?"
Gruß von
Heinz-Günter Specht
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Lilo
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Montag 16. September 2002, 18:37

Eines möchte ich ganz klar stellen: ich habe bestimmt keinen Aufschrei oder ähnliches erwartet, da ich von "hohlen Floskeln" (W.G.) ebenso wenig halte, wie manch anderer. Es ging mir einfach nur um die Tatsache, daß im Forum über vieles "getalkt" wird (wobei ich selbst ein Meister des small-talks - und es gerne bin!), aber ich vermisse ab und zu so ein bißchen Nachdenklichkeit, Interesse an dem Land, welches wir alle (ach!) so gerne mögen.
Es hätte mit Sicherheit dem Einen oder Andern in Deutschland, der Freunde in Frankreich hat, geholfen zu wissen, wo es weitere Nachrichten (außer midi libre) gibt. Das war letztendlich meine einzige Intention.
Ein Lob an Frau Bine, daß sie in Deutschlands Osten eifrig beim Aufräumen ist. Die Hilferufe aus diesem Katastrophengebiet waren erschütternd. Zitat: " Nächstes Jahr möglichst viel Umsatz in diese Region bringen, das hilft den Kommunen wohl mehr....".Dann machen wir doch ein bißchen Oster-Urlaub im Gard und dann ein wenig Sommer-Urlaub an der Elbe, und die Lehrer unter uns können für ihre Herbstferien hoffen, daß sich vielleicht am Ebro oder am Po noch was tut!

Gruß,
Lilo
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Wolfram Gagern
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Montag 16. September 2002, 19:07

Lilo schrieb:
Es hätte mit Sicherheit dem Einen oder Andern in Deutschland, der Freunde in Frankreich hat, geholfen zu wissen, wo es weitere Nachrichten (außer midi libre) gibt. Das war letztendlich meine einzige Intention.
Das ist letztlich die erschreckende Einsicht, die ich bei meinen "Nachforschungen" z.B. zur Anfrage "Wetter in Aigues Mortes - Hilfe!" im Unterkunft-Forum erhalten habe: Ich kann nirgends wirklich brauchbare Infos zum Thema finden, nur einzelne Artikel hier und dort.
Ich verstehe da die franz. Medien wirklich nicht, dass sie nicht eine besondere Rubrik erstellen und diese auch mal für ein paar Wochen stehen lassen.

Aber nochmals: ohne Nachfrage nach speziellen Infos schreibe ich hier doch nichts über etwas, was ich nicht finden kann und wonach bisher auch noch keiner konkret gefragt hat. Das würde eine ziemlich lange Liste.
textspecht schrieb:
Auch die Einstellung von Herrn Gagern zu diesem Thema läßt mich den Kopf schütteln. Muß denn erst von den Betroffenen oder der einheimischen Presse zur Hilfe aufgerufen werden? Erkennt man nicht selber, wo Hilfe nötig und wichtig ist? Ich rede von Hilfe, nicht von verbalen Mitleidsbekundungen.
Wie soll man helfen? Gummistiefel anziehen und runter? Bin denn nur ich in der Lage, eine Spendenadresse herauszufinden?
Lilo schrieb:
und die Lehrer unter uns können für ihre Herbstferien hoffen, daß sich vielleicht am Ebro oder am Po noch was tut!
Überschwemmungen am Po sind aber meistens hausgemacht und selten ein Fall für internationale Hilfe (Es sei denn, es herrscht Klopapier-Notstand).

Gruß,
Wolfram
Zuletzt geändert von Wolfram Gagern am Montag 16. September 2002, 19:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Lilo
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Montag 16. September 2002, 19:43

Gute Post, Herr Gagern,

ganz ohne Polemik.
Diese Aigues Mortes - Sache war ja wohl ein " Griff ins Klo".
Und das ist genau das, was ich meine, wenn wir schon keine Info aus den französischen Medien etc. ziehen können, sollten wir doch untereinander das Interesse und die Möglichkeiten haben uns mitzuteilen. I s t d a s F o r u m n i c h t d e r o p t i m a l e R a u m dies zu tun?

Mit ganz vielen ????......
Lilo
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Wolfram Gagern
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Montag 16. September 2002, 20:52

Doch, das ist natürlich DER Platz hier für den Informationsaustausch. Allerdings wollen wir hier doch niemanden dazu zwingen und Vorwürfe à la "Das gibt's doch nicht, dass Herr Gagern und andere nichts dazu zu sagen haben" sind auch keine gute Lösung, erst recht nicht wenn die Adressaten z.B. wie ich einige Tage in familiärer Mission unterwegs waren und den Startschuss gar nicht hören konnten.

Es bleibt natürlich das Problem, dass kaum einer konkrete Infos zu diesem Thema hat und sich darum auch kaum jemand zu Wort meldet.

Gruß,
Wolfram
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Bonzo
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Montag 16. September 2002, 22:26

Wenn Freunde oder Bekannte in Not sind, werde ich helfen,
entweder mit meinen eigenen Händen oder einem Griff in
die Börse. Ansonsten werde ich keinem Spendenaufruf
folgen, und dieses hat politische Gründe. Könnt ihr alle mal drüber
nachdenken.
Gruß aus Leverkusen
Bonzo
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Stefan Cilimba
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Dienstag 17. September 2002, 08:29

Liebe Leute, ich möchte Euch mal unsere Erfahrungen mit Katastrophen in Frankreich erzählen:
Bei der grossen Tampete am 29.12.1999, von der der Südwesten ja besonders betroffen war, entstand an jedem unseren Gebäude teilweise beträchtlicher Schaden. Unser Dorf war für drei Tage praktisch von der Aussenwelt abgeschnitten, wir hatten eine Woche keinen Strom, auf der anderen Seite des Tales hatten die Leute drei Wochen keinen Strom. Also das heisst kein Radio, Telefon, Handy, keine Heizung, warmes Wasser nur auf dem Gasherd, nix duschen usw.
Wir selbst sind dann sehr früh morgens auf dem einzigen Weg, den ich selbst freigesägt hatte, in die nächste Stadt gefahren und haben zum Glück die nötigen Dachziegel für unser Wohnhaus bekommen und wir konnten das Wohnhaus sichern, denn ohne Dachziegel wäre alle von uns investierte Arbeit, ganz zu Schweigen vom Geld, im Eimer gewesen.
Ansonsten waren wir stark traumatisiert und konnten nach der Reparatur des Daches nicht mehr machen.
Zur Hilfe: Es wurde nach drei Tagen hier im Dorf eine Versammlung abgehalten um festzustellen, ob evtl. in den umliegenden kleinen Weilern noch hilflose Menschen waren, was aber nicht der Fall war, es wurden Arbeitstrupps gebildet, die die Strassen freisägten (Sprit für die Kettensägen war auch ein Problem, denn die Tankstellen und Supermärkte funktionieren ja auch nur mit Strom).
Ansonsten hat sich kein A.... um uns gekümmert, wir waren völlig alleingelassen, kein Mensch hat sich im damaligen forum darum gekümmert, warum auch, wir hätten eh nix dazu beitragen können und es wäre mir auch völlig egal gewesen, wir hatten nämlich andere Sorgen. Die Franzosen haben sich übrigens nur untereinander geholfen, wir Ausländer waren für die völlig Luft. Dies hatte zur Folge, das wir einen Grossteil unserer Tiefkühlvorräte verloren haben, während bei den Franzosen mehrere Generatoren stundenweise die Runde machten.
So haben also wir Ausländer eine Versammlung abgehalten um uns gegenseitig zu helfen.
Eine Familie ist vom Verhalten der Franzosen so bedient gewesen, dass sie nun bereits ihr Geschäft verkauft haben und noch auf einen Hauskäufer warten, um dieses gastfreundliche Land dann fluchtartig zu verlassen.
Doris und ich sehen das ganze etwas gelassener, wir bleiben hier!
Bilder kann man auf unserer Internetseite im Photoalbum anschauen.
Die Argumente von Wolli sind völlig richtig, der "Aufschrei nach 'nem Aufschrei" hat in meinen Augen nur etwas mit abgrundtiefer Heuchelei zu tun.
Auch das Grüne Perigord kann noch ein paar Touristen gebrauchen, deshalb lasst uns hier jetzt nicht hängen.
Viele Grüsse aus dem sonnigen Grünen Perigord.
Stefan
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Stefan Cilimba
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Bine
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Dienstag 17. September 2002, 09:48

Stefan,
dass es bei euch so übel ablief tut mir leid.... mmmh, ich wollte ja schon lange mal mit dem Moped in eure Gegend....von wegen Touristen ;-))
(Huups, war da nicht ein Thread zu Motorradfahrern...ohweia und ich habe nichts dazu geschrieben...setzen..sechs...)

Wegen des netten Kommemtars von Herrn texspecht an mich:
Ich habe Sandsäcke befüllt .... und es gab um uns rum viele Leute, die auch helfen wollten, aber halt im Weg rumstanden, da dort kein Platz mehr war oder teilweise nichts zum Schippen da war....
also ist es wohl effektiver erstmal zu wissen, wo und ob man helfen kann, bevor man sich in Bewegung setzt .....
Das Einzige, was ich aus Ihrem Schreiben herauslesen konnte war, dass sie nun notgedrungen eine teurere Unterkunft zur Organisation Ihres Projektes beziehen werden..... von praktischer Hilfeleistungen an die Betroffenen konnte ich bei Ihnen jetzt nichts lesen..... eigentlich nur Vorwürfe gegen Andere von wegen mangelnder Hilfe oder Interesses.... in meinen Augen ist es wichtiger Kontakt zu Bekannten dort unten zu haben als im Forum mich mit Anderen "Frankreich-Freunden" auszutauschen, nur damit wir gemeinsam im Smalltalk-Verfahren feststellen, wie schlimm das alles war... na klasse, da können die Betroffenen bestimmt mit was anfangen....
Wenn ich Niemanden kenne aus der Region, dem ich helfen kann und mir ausser dem Roten Kreuz kein direkter Ansprechpartner geboten wird, versuche ich mit den Mitteln, die mir zur Verfügung stehen zu helfen.... und die sehen bei mir als Tourist halt leider im Geld ausgeben in der Region aus....mag das für Manche zynisch klingen, ist das nicht mein Problem.
Ich komme aus der Hotelbranche und weiss, wie schwer es nach einer Katastrophe ist (bei uns waren es damals die Lawinenunglücke), wieder Gäste anzulocken und Gäste bedeuten im Tourismus nunmal Arbeitsplätze, Einkommen etc.....

Abgesehen davon finde ich den Stil hier im Forum langsam unerträglich, dass wenn man nicht sofort auf Themen anspringt, die Jemand vorgibt, als uninteressiert, heuchelnd etc bezeichnet wird.....evtl sollte hier ein Abwesenheitsantrag eingestellt werden, damit man sich immer brav abmelden kann, wenn man einige Tage nicht ins Netz geht......

Bine
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"Es ist wichtiger, daß sich jemand über eine Rosenblüte freut, als daß er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt." Oscar Wilde
"Der Glaube, es gebe nur eine Wirklichkeit, ist die gefährlichste Selbsttäuschung." Paul Watzlawick
Bonzo
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Dienstag 17. September 2002, 10:42

Abmeldung:

Vom 27.09. - 06.10.2002 bin ich in St. Laurent-du-Var
vom 18.10. - 28.10 2002 wieder in St. Laurent-du-Var
vom 03.11. - 08.11 2002 in Meschede (Sauerland)
und an verschiedenen Wochenenden noch in Paris, und immer ohne Möglichkeit, ins Forum zu sehen...

Grüße aus Leverkusen (20 Grad Celsius, 84% Luftfeuchtigkeit)

Bonzo
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tine
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Dienstag 17. September 2002, 11:04

Back to the roots :

habe gerade den radiosender "France Bleu" im net entdeckt:
dort bekommt man wohl nochmal andere, direktere Infos zu der Situation dort unten, u.a. aktuelle Nachrichten.

ich werde auch demnächst unten sein aber versuchen meine Neugierde in Zaum zu halten und vor meiner eigenen Haustüre den Matsch beseitigen. Man hört, daß momentan ziemliich viele Sensationstouristen unterwegs sind, die eher im Weg stehen, als dass sie helfen oder Geld mitbringen...

chrisTine

und du bonzo sei mal nich so zynisch :-)
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Bonzo
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Dienstag 17. September 2002, 12:04

Liebe Leute,
was kostet eigentlich der neue Flugzeugträger der Franzosen?
Wie teuer war die Atombombenaktion von Chirac in der Südsee?
Geld für Vernichtungswaffen ist anscheinend genug vorhanden...

Lieben Gruß aus Leverkusen

der friedliche Bonzo
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Stefan Cilimba
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Mittwoch 18. September 2002, 08:08

Hallo Leute, ich möchte nochmals die Situation der Leute aus meiner Erfahrung heraus deutlich machen:
Was man da unten nicht braucht, sind nicht Gummistiefel bewährte Gutmenschen, die hilflos in der Gegend rumstehen. Wir waren und sind immer noch völlig traumatisiert von der Tampete, d. h. wenn auch nur der Wind etwas stärker bläst, ducken wir uns und haben richtig Angst, das wieder ein Sturm kommt, der alles kaputtmacht. Wir kontrollieren sofort ob auch alles festgebunden ist und so weiter.
Dies ist eine Folge der ausgestandenen Todesangst. Wenn ich diese Erfahrung nun auf den Süden übertrage stelle ich fest: Die Leute brauchen Traumatherapheuten, also psyschologische Hilfe, die nur französische Psychologen leisten könnten. Ansonsten sollte man die Leute in Ruhe lassen.
Stefan
Zuletzt geändert von Stefan Cilimba am Mittwoch 18. September 2002, 08:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Stefan Cilimba
St. Jory de Chalais Perigord Dordogne
Michael Kuss
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Freitag 20. September 2002, 01:59

Hallo, Michael meldet sich nach langer Zeit wieder mal im Forum. Obwohl meine bescheidene Hütte viele, viele Kilometer vom Unwettergebiet weg liegt, war auch ich betroffenen, wenngleich in Maßen, Wasser in Bad und Küche und aus allen Rohren und Kanaldeckeln kam's auch hoch, bis in die Garage, wo die letzten meiner Bücher (die eigentlich zum Verkauf bestimmt waren) vor die nassen Hunde gingen.
Zum Hinweis von textspecht, ob ich nicht eine Information über Hilfen bei der franz. Unwetterflut hätte: Habe ich! Und zwar mit dem Link darüber berichtet in meinem neuesten Frankreich-newsletter den man kostenlos bei mir abonnieren kann, auf meiner Web-Seite. Und weil es jetzt gerade morgens gegen Drei ist und ich zum Umfallen müde bin, werde ich nicht alles wiederholen, sondern: Einfach meinen newsletter abonnieren.
Tschüss, bis demnächst,
Michael
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Michael Kuss
Bonzo
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Wohnort: Leverkusen
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Montag 7. Oktober 2002, 10:52

Salut Leute,

ich komme gerade aus dem Süden und habe auch einen Abstecher in die vom Hochwasser in Mitleidenschaft genommenen Gebiete unternommen. Es sah teilweise verheerend aus. Viele Straßen sind nicht mehr befahrbar, weil sie einfach weg sind...
In Bagnols sah es ganz schlimm aus. Der Supermarkt am Ortseingang an der N 86 von Pont aus gesehen, war auch nicht mehr da. Nur noch ein Stahlgerippe mit vereinzelten Betonwänden ist übriggeblieben.
Wer etwas für die Opfer tun möchte, kann Wein ordern für 10 € die Flasche, incl. Spendenquittung.
-

Suite aux Innondations du 9 Sept. 2002
COMITE DE SOUTIEN
de la Cave des Vignerons
de Codolet - 30200
Tél. 04 66 90 18 59
-

Bis dann

Bonzo
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