Schwarzfahrer können sich versichern

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Aperdurus
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Montag 3. Mai 2010, 13:59

Salut,

das habe ich heute im Spiegel gelesen:
Sieben-Euro-Versicherung: Wie sich Pariser Schwarzfahrer vor Strafen schützen

Sie nutzen Busse und U-Bahnen in Paris, wollen dafür aber nicht zahlen: Um sich vor hohen Geldstrafen zu schützen, schließen sich notorische Schwarzfahrer in der französischen Hauptstadt zusammen. Die Absicherung kostet sieben Euro pro Monat
Mehr dazu hier:
http://www.spiegel.de/panorama/gesellsc ... 79,00.html

Nette Idee, aber was sagt denn unser Freund Salchow dazu? Hat die Metro ein Imageproblem?

Gruß aus der Drôme
Aperdurus
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"Die Drôme, das ist das Zusammentreffen der Alpen und der Provence, deren warmherzigen und duftenden Akzent sie schon besitzt."
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salchow
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Montag 2. August 2010, 20:12

Entschuldige, dass ich erst so spät antworte, auf sowas muss ich immer erst mit der Nase gestoßen werden.

Ein "Imageproblem" hat so ziemlich alles in Frankreich, was entweder öffentlicher Dienst heißt oder eine Uniform trägt (bei mir trifft ja beinahe beides zu :) )

Im Klartext: der Durchschnittsfranzose schiebt die Schuld immer auf den anderen, statt bei sich selber zu suchen (ich kann da Geschichten erzählen…) .
Tja, und da ist es ja wohl nur ein logischer Schritt, da der BÖSE BÖÖÖÖSE Kontrolleur nur wieder abkassieren will (und sein Gehalt damit aufbessern - toller Witz, oder?), dass man was dagegen unternimmt.
Ich da auch schon was drüber gelesen, die zahlen also monatlich 7 Euro in einen Gemeinschaftstopf ein, und wer erwischt wird kriegt sein Geld daraus wieder, denn es ist ja bekannt, dass bei Direktzahlung zwar eine Quittung ausgestellt wird, aber keine persönlichen Daten erhoben werden.

Was mir persönlich nur immer die Wut im Bauch brodeln lässt, wenn nach der Beteuerung "ich wusste nicht, dass man die Karte abstempeln muss" und meiner Frage "aber wie sind Sie denn dann durch die Sperren gelangt" ich mir dann ein Gestänker anhören muss, dass teilweise ziemlich persönlich wird. In Hannover bei der selben Tätigkeit habe ich selten so eine Dreistigkeit erlebt.
Da wird kleinen Kindern schon anerzogen, wie man es NICHT machen sollte, und dass das dann auch noch in Ordnung ist.
In Frankreich gibts dazu ein Sprichwort:
"Même avec le pif dans la merde il soutient que c'est de la confiture" (in verschiedenen
Abwandlungen )
Soll er doch spielen - aber man muss auch verlieren können, oder nicht?

Und das geht mir gehörig auf den Geist. Jedenfalls ist es in Frankreich Mode alles auf den öffentlichen Dienst abzuschieben, seinem Frust so Luft zu machen, als selber seine Probleme zu lösen.

Sorry, aber da musste ich mir auch erst mal Luft machen, auch wenn es etwas den Rahmen gesprengt hat.
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Gruß, Christian / Palaiseau (91)
» seit 01/2004 in Frankreich
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