Fahren ohne Kindersitz in Frankreich

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norbertinsibirien
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Freitag 24. April 2015, 18:40

Ich werde im Sommer Urlaub in Frankreich machen (Provence, Cote d'azur) und miete dazu ein Auto. Leider werde ich eine einzelne Fahrt haben, wo ich quasi eine Person zu viel im Auto hätte. Nun meine Frage, wie streng dies in Frankreich gehandhabt wird, wenn ein Kind nicht im Autositz sondern auf dem Schoß der Eltern sitzt.

(Ich weiß natürlich, dass dies unsicher ist und man dies im Interesse der Kinder an sich niemals machen sollte ... in diesem Fall ist die Konstellation der Mitreisenden jedoch so, dass ein zweiter Mietwagen in meiner subjektiven Einschätzung gefährlicher wäre.)

Ferner die Frage: Die Autovermietung meinte, man müsste für Fahrten nach Frankreich einen Alkoholtester im Auto haben. Was hat es damit auf sich?

Vielen Dank im Voraus.

Norbert aus Sibirien
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Tonton
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Samstag 25. April 2015, 03:22

norbertinsibirien hat geschrieben:...

Ferner die Frage: Die Autovermietung meinte, man müsste für Fahrten nach Frankreich einen Alkoholtester im Auto haben. Was hat es damit auf sich?
...
Das Gesetz besteht weiterhin, es wird aber auf Regierungsbeschluss hin nicht mehr angewandt, bestraft & konrtolliert (wie so andere paar 1000 Gesetzestexte & ERlassungen auch), wenn man keinen Alk-Tester im Auto hat.

warum erzählt Dir die Autovermietung denn davon? Wollen die Dir so ein Teil überteuert als "Zulage" verscherbeln?
Dann ist das eine unseriuöse Bande: steck' denen bitte keinen groschen in den Allerwertesten, und nehme einen Wagen von der Konkurrenz !
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Grüsse aus der Südsee !
Bellie
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Samstag 25. April 2015, 10:31

Alkohol-Tester

Das ein Alk-Tester im Handschuhfach sein muss, hält sich immernoch in den Köpfen von z.B. ADAC, Autovermietungen und das nicht nur in Deutschl. , sondern z.B. auch in GB werden die nach Frankr. Reisenden so informiert!

Die Änderung ist bei denen noch nicht angekommen....... ist für einen Ausländer auch schwer zu verstehen: muss an Bord sein, wer keinen hat und kontrolliert wird, wird aber nicht bestraft........... ich hab unseren engl. Freunden, die kein franz. sprechen, einen entsprechenden offiziellen Text in engl. und franz. aus dem Internet ausgedruckt......
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Viele Grüße, Bellie
norbertinsibirien
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Samstag 9. Mai 2015, 19:27

Ich hatte schlicht bei der Autovermietung angerufen, ob es Beschränkungen für das Auto in Südfrankreich gibt. (Gewisse Autovermietungen mögen es ja nicht, wenn man quer durch Europa mit ihren Autos fährt. Da ich das Auto schon in der Schweiz miete, war das wichtig.) Jedenfalls war das Einzige, was die Dame der Hotline wusste, dieser Alkoholtester. Stand halt irgendwo in deren System.

Habt Ihr noch eine Meinung zum Thema Kindersitze?

Danke im Voraus!
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Joo
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Montag 18. Mai 2015, 08:34

norbertinsibirien hat geschrieben:Ich werde im Sommer Urlaub in Frankreich machen (Provence, Cote d'azur) und miete dazu ein Auto. Leider werde ich eine einzelne Fahrt haben, wo ich quasi eine Person zu viel im Auto hätte. Nun meine Frage, wie streng dies in Frankreich gehandhabt wird, wenn ein Kind nicht im Autositz sondern auf dem Schoß der Eltern sitzt.
Die wichtigere Frage für mich an dieser Stelle wäre:
Wie gehe ich mit der Situation um, falls es zu einem Unfall kommt und das Kind dabei getötet wird (Aufprall-Geschwindigkeit ca. 30 km/h). Wenn diese Frage geklärt ist, dann ist die Frage nach gesetzlichen Strafen nebensächlich.
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norbertinsibirien
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Montag 18. Mai 2015, 08:48

Wie gesagt, ich beschäftige mich sehr intensiv mit der Frage und die Gefahr, dass mein Schwiegervater ohne jegliche Erfahrung mit dem europäischen Straßenverkehr einen Unfall baut, ist wesentlich höher. Dies hatte ich eingangs schon kurz angedeutet.

Es geht mir also explizit darum, die Gefahr zu vermindern, ohne zugleich auf einen flexiblen Urlaub in Südfrankreich zu verzichten.

Mir ist bewusst, dass ein Kindersitz die höchstmögliche Sicherheit bietet und bin definitiv kein Anschnallverschwörungstheoretiker. (Mich lachen in Russland die Leute aus, weil ich mich im Taxi anschnalle - und dennoch mache ich es.) Zugleich muss ich aber auch sagen, dass in meiner Kindheit nie jemand auf der Rückbank angeschnallt war - schlicht, weil es da keine Gurte gab.

Aber das ist nun wirklich schon Off-Topic.

Wie würdet Ihr den Bus- und Bahnverkehr an der Mittelmeerküste einschätzen?
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Joo
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Montag 18. Mai 2015, 10:27

norbertinsibirien hat geschrieben:muss ich aber auch sagen, dass in meiner Kindheit nie jemand auf der Rückbank angeschnallt war
Stimmt, jeder der heute noch lebt hat das damals überlebt. Die Toten kümmert's nicht, sie schweigen. Nach dieser These müsste man die Frage aufwerfen, warum man Gurte überhaupt eingeführt hat und wieso der Gurt als eine der Erfindungen mit dem größten Nutzen gilt.

Ich habe bei VW gearbeitet und hatte mit der Unfallforschung zu tun. Wenn ein Körper mit 30km/h irgendwo aufprallt, dann führt das in der Regel zu tödlichen Verletzungen. Wenn jemand nicht angeschnallt ist, dann fliegt der als Geschoß durch das Fahrzeug und gefährdet alle Personen und sich selbst. Es ist deine Verantwortung und die Verantwortung jeder mitfahrenden Person. Klar, kann alles gut gehen. Das tut es meistens. Du kannst versuchen die Wahrscheinlichkeit auszurechnen, doch die Verantwortung bleibt. Macht was ihr alle für richtig haltet, aber bitte suche nicht nach Leuten, die dir Absolution erteilen. Wenn du erwischt wirst, musst du damit rechnen, dass die Fahrt in dieser Konstellation ohnehin beendet ist und du ohnehin eine Alternative benötigst. Das Bußgeld beginnt ab 90€, da du auch mehr Leute als zugelassen transportieren möchtest, dürfte noch deutlich was oben drauf kommen.
Alternativen könnten sein: Fahrzeug mit mehr sitzen & integriertem Kindersitz mieten (z.B. Van); Bus oder Taxi, je nach Strecke; … Sind du und der Schwiegervater die einzigen mit Fahrerlaubnis?
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norbertinsibirien
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Montag 18. Mai 2015, 11:09

Danke für die Antwort.

Wie schaut es mit dem ÖV aus? Kennt sich jemand in der Ecke aus?
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norbertinsibirien
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Montag 18. Mai 2015, 11:53

Noch ein Hinweis zur Verantwortung: Als Eltern stellt man sich diese Frage jeden Tag aufs Neue: Ist es richtig, dass mein Sohn mit dem Fahrrad zum Kindergarten fährt? Ist es sinnvoll, dass wir im Garten ein Wasserfass haben? Ist Abfahrtsski mit einem Kind ein hinnehmbares Risiko? Und so weiter und so fort.

Die Gefahr, dass ich eines Tages ein Stadtbus mit mir und meinen Kindern in einen Unfall mit 30 km/h verwickelt wird, ist nicht niedriger als in meinem privaten Pkw. Es ist derselbe Verkehr und in etwa dieselbe Geschwindigkeit. Nur weil es im Stadtbus keine Kindersitze gibt, kann und will ich ihn aber nicht als Verkehrsmittel ausschließen.

Das Leben ist immer eine Abwägung von Risiken. Das Flugzeug ist beispielsweise eines der sichersten Verkehrsmittel, und dennoch müssen sich nun etliche Eltern in Nordrhein-Westfalen Vorwürfe machen, dass Sie einer Klassenfahrt nach Barcelona zugestimmt haben.

Aber ich kann nicht alles im Leben ausschließen und möchte meine Kinder auch nicht nur mit Sorgenfalten auf der Stirn erziehen. Das hilft ihnen im realen Leben nicht weiter. Natürlich sollte man vermeidbare Risiken soweit wie möglich reduzieren, keine Frage. Deswegen auch ausdrücklich nochmals Danke für Deine Hinweise zu den konkreten Risiken. Sie fliegen nicht an mir vorbei. (Vermutlich werden wir eine Person parallel im Zug schicken und zum Flughafen in Nizza den Flughafenzubringer nutzen.)
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