Deutsch-Französische Beziehung im Wandel der Zeit

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einzigartig
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Sonntag 2. November 2008, 16:31

ich habe mich in meiner Facharbeit mit der Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland befasst und deren Entwicklung?

Was für ein Bild habt ihr von Frankreich und wie würdet ihr die deutsch-französische Beziehung beurteilen? Gibt es eine Entwicklung?

Ich würde eure Antworten gerne als Anregung für eine Disskusion in meinem Kurs benutzen, daher wäre es lieb, wenn ihr mir helfen würdet!

Liebe Grüße
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Napoleon51
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Dienstag 4. November 2008, 00:07

Hallo,
nach 46 Jahre Urlaub in Frankreich, leider nicht an einem Stück sondern "nur" jedes Jahr ein- oder zweimal, kann ich sagen, dass ich einen erheblichen Wandel in der Beziehung der Franzosen zu den Deutschen feststellen kann. Damals (1962: Taxifahrer "ich befördere keine deutschen Schweine") und heute ist schon ein Unterschied fühlbar. Nur hat der Franzose immer noch die "Grand Nation" im Kopf und öffnet sich, zumindest sprachlich, kaum dem Deutschen. Aber dank "Tokio Hotel" lernt ja jetzt auch die Jugend Deutsch. Ich persönlich fühle mich in Frankreich zu Hause und wie bei Freunden, und das meine ich allgemein und nicht auf befreundete Personen bezogen. Aber ich erwarte auch von Freunden nicht, das sie sich meine Vorlieben zu eigen machen. Denn dann könnte ich ja auch in Deutschland bleiben. Ich bin ja nicht nur wegen der Landschaft und des meist besseren Wetters dort.
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Napoleon51

meine Homepage als Dank an meine "Lieblingsheimat" an der Côte: www.ledramont.eu
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Rush
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Dienstag 4. November 2008, 10:58

Salut,

ich lebe jetzt eineinhalb Jahre hier in Frankreich (was sicherlich nicht viel ist), jedoch muss ich sagen: ich fühle mich "sauwohl" hier!
Wie schon Napoleon51geschrieben hat, die Franzosen haben ihren Nationalstolz. Wenn man ihnen einfach so plump mit seiner "deutschen Mentalität" kommt, schalten sie natürlich - und zu Recht - auf stur. Wenn ein Franzose jedoch merkt, dass man sich Mühe gibt und sich den französischen Gepflogenheiten anpasst - was sich v.a. bei der Sprache bemerkbar macht - sind sie die freundlichsten Menschen und kommen einem sehr entgegen!
Gerade hier an der Côte d'Azur erkennt man, hauptsächlich in der Urlaubssaison, das dem Deutschen so angehängte typische Erscheinungsbild: arrogant, laut und egoistisch. Trifft natürlich nicht auf Alle zu. Wenn aber dann "so Einer" einem Einheimischen begegnet, darf man sich nicht wundern wenn die Reaktion dementsprechend ist.
Mag sein, dass es in ländlichen Bereichen Frankreichs etwas anders aussieht, ich spreche jetzt nur von meinen Erfahrungen. Und die sind ausgesprochen positiv!

Grüße
Rush
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papillon
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Mittwoch 5. November 2008, 13:56

Bonjour "einzigartig",
ich kann den Äußerungen von Rush nur voll zustimmen. Seit gut 40 Jahren verbringe ich immer wieder Urlaube in den verschiedensten Regionen Frankreichs. Von Anfang an habe ich mich bemüht, Französisch zu "radebrechen", später ging es flüssiger. Ohne Ausnahme wurde mein sprachliches Bemühen mit Freundlichkeit und Entgegenkommen belohnt (Mme, vous parlez bien francais ... vous prenez la route à gauche et après continuez .... = Beispiel, um den richtigen Weg/die richtige Straße zu finden). Selbst im Finistere, wo gerade an den Küsten viele unrühmliche deutsche Kriegserinnerungen zu finden sind, begegnete man mir stets freundlich und zuvorkommend - bis hin zu der Äußerung eines alten Bretonen, dass ihm die deutschen Touristen willkommener seien als les Parisiens ... Ich verlange auch kein Wiener Schnitzel o. ä., wenn ich ein französisches Restaurant aufsuche. Wo, wenn nicht dort, kann ich französische Küche kennenlernen.
Ich habe noch nie Franzosen getroffen, die mich abgewiesen haben oder unfreundlich waren, weil ich Deutsche bin. Mehr als ein Mal habe ich auch in Gesprächen erfahren, dass die Franzosen an Deutschland und unserer aktuellen Politik interessiert sind, es aber bedauern, dass sie unsere Sprache nicht beherrschen. Wenn sie dann mal nach Deutschland reisen, verständigen sie sich lieber in Englisch, da das Englische in Deutschland einfacher anzuwenden ist ... usw. usw. Und das ist für mich nach wie vor schwer nachvollziehbar: Die größte Barriere zwischen unseren beiden Ländern sind die schwer zu überwindenden Sprachgrenzen - auf beiden Seiten. Dommage!
Viel Erfolg und heftige Diskussionen in Deinem Kurs
Salut
Bärbel
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Et es, wie et es, un et kütt, wie et kütt ...
Franz Prilmeier
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Donnerstag 6. November 2008, 09:55

papillon hat geschrieben:Und das ist für mich nach wie vor schwer nachvollziehbar: Die größte Barriere zwischen unseren beiden Ländern sind die schwer zu überwindenden Sprachgrenzen - auf beiden Seiten. Dommage!
Viel Erfolg und heftige Diskussionen in Deinem Kurs
Salut
Bärbel
Wobei man fairerweise zugeben muss, dass sowohl Deutsch auch auf Französisch als Sprachen SEHR kompliziert sind (wobei ich inzwischen den Eindruck habe, dass Französisch doch noch ein Stück leichter ist als Deutsch). In meiner Arbeitsstelle hier in Frankreich hatte jeder zweite Deutsch in der Schule, aber die bringen keinen einzigen vernünftigen Satz raus.

Englisch ist leider die einfachere Sprache ... Grammatikalisch von allem Balast befreit wie Konjugationen oder Deklinationen. Und uns Deutschen ist sie aufgrund der uns entgegenkommenden Grammatik einfacher, für Franzosen aber auch, weil Englisch und Französisch soviel gemeinsames Vokabular haben.
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evansclan
Beiträge: 5
Registriert: Mittwoch 20. August 2008, 13:07

Montag 10. November 2008, 14:53

Ich bin zwar noch nicht so oft in Frankreich gewesen wie so manch anderer auf diesem Forum, aber dafür in den letzten vier Jahr öfters. Vor allem treffe ich bei Konzerten eines bestimmten Musikers in Paris regelmäßig die gleichen Leuten, denn natürlich irgendwann klar wurde, dass ich Deutsche bin. Von diesen Leuten kann ich auch nur Positives berichten! Wenn sich der Kontakt zwischen den Franzosen bei dem Konzert und mir in gewissen Grenzen hält, dann liegt es eher an mir, da ich noch nicht so lange Französisch lerne und mir immer unsicher bin, ob ich das gerade richtig verstanden habe z.B. es mir unangenehme ist, dass ich immer - gefühlt - sehr lange nach Worten suche. Trotzdem sprechen sie mich immer wieder an und freuen sich, wenn ich wieder etwas Fortschritte gemacht habe und ein bischen mehr zutrauen gewonnen habe.
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