Neuer Brunnen

Renovieren, Kaufen, Mieten, Bauen, Grund- und Hausbesitz in Frankreich
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JoachimF
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Sonntag 11. November 2007, 10:16

Hallo,

infolge der Trockenheit - Provence - liefert mein Brunnen nicht mehr genug Wasser. Ein Stadtwasseranschluß existiert nicht bzw. ist auch nicht zu realisieren.
Habe Null Ahnung vom Brunnenbohren und muß mich auf die Bohrfirma also verlassen.
Hat hier jemand im Forum bereits 'Bohrerfahrung' und kann diese auch mitteilen.

Danke
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Aperdurus
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Sonntag 11. November 2007, 11:19

Hallo Joachim,

ich habe vor 10 Jahren hier in der Plaine de Valence einen Brunnen bohren lassen zur Versorgung der Gartenberegnung. Also nicht zur Hauswasserversorgung. Ich bin nämlich hier an das Trinkwassernetz angeschlossen.
Für den Brunnen wurde eine 180 mm Bohrung niedergebracht und der Bohrabraum mit Wasser und Druckluft herausgespült. Vor dem Ziehen des Bohrrohrs wird das eigentliche Brunnenrohr aus zusammengeschraubten PVC- Rohren mit ca. 125 mm Durchmesser bis auf den Grund eingesteckt. Das PVC- Rohr hat dann im Bereich der wasserführenden Schicht feine Filterschlitze. Zwischen Brunnenrohr und Bohrrohr wird die feine Filterschicht aus Quarzsand eingefüllt. Danach wird das Bohrrohr gezogen.
Die Bohrfirma wird dann einen Dauerpumpversuch fahren, um die Schüttung festzustellen.
Die Kosten beliefen sich damals auf ca. DM 8.000.-- Zu empfehlen ist, eine örtliche Firma zu suchen, die die geologischen Gegebenheiten schon kennt. Die findest Du unter "forages", "puits" und "captages" in den pages jaunes.
Genehmigung für den Brunnen - in Deutschland ohne eine solche ein Staatsverbrechen- brauchte es keine. Zweckmäßigerweise läßt Du das Wasser dann auch hygienisch beurteilen, ob es als Trinkwasser geeignet ist.

Mein Brunnen ist 21 m tief und kann maximal 4 m³/h liefern. Ich habe ihn allerdings auf max 2,5 m³/h eingestellt , um ein zu schnelles Versanden zu vermeiden.
Wie lange besteht Dein Brunnen schon? Hast Du schon mit einem Brunnenbauer Kontakt aufgenommen? Viele Brunnen werden, vor allem bei nicht regelmäßigen Gebrauch, von (ungefährlichen) Bakterien besiedelt, die dann die feinen Schlitzrohre so verengen, daß keine Schüttung mehr gegeben ist.
Man kann manchmal solche Brunnen revitalisieren durch Spülung mit Chemikalien.
Weitere Einzelheiten gerne.

Sonnige Grüße aus der Drôme
Aperdurus
Lilo
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Montag 12. November 2007, 22:13

Salut,

ich habe 2004 einen Brunnen bohren lassen, da ich keinen öffentlichen Wasseranschluß habe, bzw. die Möglichkeit nicht besteht.
Ein "Wünschelroutengänger" hat die Bohrstelle geortet, ein Profi-Bohrer hat sich 144 m tief durch den Fels gebohrt, Leitungen, Pumpen, Filter (UV), Hauswasserwerk etc. hat ein hiesiger Brunnenspezialist installiert und das Wasser läuft bis heute, da es kein Grundwasser ist, sondern tieferliegende wasserführende Adern sind.
Anmelden, bzw. beantragen muß man das Ganze beim Bürgermeisteramt, bzw. direkt bei der DDASS - viel Papierkram, lange Bearbeitungsdauer, aber unbürokratische Handhabung.

Da dieser Vorgang in Frankreich durchaus üblich ist, kann man sich getrost, zumindest in meinem Fall, auf die lokalen Handwerker verlassen.

Gruß
Lilo
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Floc
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Dienstag 13. November 2007, 18:16

Lilo hat geschrieben:.....da es kein Grundwasser ist, sondern tieferliegende wasserführende Adern sind....
Sorry, aber bei dieser Formulierung stellen sich mir als Geologe die Haare !!!

Grundwasser ist unterirdisches Wasser, das die Hohlräume der Erdrinde zusammenhängend ausfüllt.... (Weiteres in der DIN 4049)
und die Art des Hohlraumes reicht von der Pore über Haarrisse bis zur Kluft. Somit sind auch die genannten "Wasseradern" Grundwasser. Eine Unterscheidung ist damit Unsinn. Ausserdem Wasseradern gibt es nicht !!! Punkt ! eine Ader wie z.B. Erzader ist mehr oder weniger vom umgebenden Gestein klar abgetrennt. Bei Grundwasser ist das niemals der Fall. Grundwasser fliest immer flächig im Untergrund, selbst im "Fels", in Klüften (salopp gesagt Risse im Gestein. Nur wenn die Klüfte/Poren groß genug sind kann dieses Wasser auch mit vertretbaren Aufwand gefördert werden , vereinfacht gesagt). Aber Wasseradern gibt es so nicht. Ich hab auch noch nie eine gesehen sei es im Original oder auch nur als Bild oder sonst irgendwie.
Dieser Begriff wird von Wünschelrutengängern benutzt und die sind Scharlatane die den Leuten das Geld aus der Tasche ziehen ohne eine irgendwie reproduzierbare Leistung zu erbringen.Wenn du 5 Wunschelrutengänger über ne Wiese jagst findet jeder woanders "Wasseradern" aber niemals an der gleichen Stelle Wenn du nur tief genug bohrst triffst du irgendwann auch mal auf Grundwasser. Das ist das einzige was diese Leute wissen. Sorry, aber ich bin schon Opfern von Wünschelrutengängern begegnet: "Klar können sie hier bauen, der Keller bleibt trocken, hier gibt es keine Wasseradern...." und deshalb läuft auch im Keller dann ne Pumpe um die viele trockene Luft aus dem Keller zu bekommen...
Nicht persöhnlich nehmen wenn ich so aus der Haut fahre, aber was ich bisher von Wünschelrutengängern gesehen und gelesen habe war immer Unsinn (bis dahingehend das Wasser bergauf fließt).Und ich mußte leider immer wieder feststellen das der Geologe immer dann erst zu Rate gezogen wird wenn es zu spät ist.

Grüße Floc
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Aperdurus
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Dienstag 13. November 2007, 18:42

Salut,

wenn ich mit Wünschelruten gehe, schlagen die auch aus! Und das Erstaunliche ist, daß unter diesem Punkt wirklich Wasser ist. Nur ob es in 2 oder 600 m Tiefe vorkommt, vermag ich nicht zu sagen. :lol:
Also was die Wünschelrutengänger anbelangt, gehe ich mit Floc einig.

Allerdings gibt es nach meiner Kenntnis Hang- und Schichtwasser, das über schräggelagerte, wasserdichte Gesteins- oder Erdschichten dem Grundwasserspiegel zustrebt. Insoweit kann man schon von Wasseradern sprechen. Oder besser von wasserführenden Schichten, Floc?

Tja und in artesischen Brunnen, wie sie z.B. die Mineralquellen in Stuttgart darstellen, "läuft das Wasser schon bergauf"! :lol: :mrgreen:

@lilo

Die DDASS ist ja, glaube ich, hauptsächlich für die Hygiene- Parameter des Wassers zuständig, also für die Nutzungsgenehmigung, weniger für die Genehmigung der Bohrung als solcher.
Weißt Du noch, was das gekostet hat? Wäre interessant.

Grüße aus der Drôme und ich werde doch besser beim Wein bleiben, bei dem sind wasserführende Schichten selten und höchst verdächtig.

Aperdurus
Lilo
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Dienstag 13. November 2007, 19:20

Salut,

@ Floc
mein "Wünschelrutengänger" war ein Mann aus dem Dorf, der für das wenige Geld, das er bekam, eine perfekte Show abzog: mit Wünschelrute und Pendel! :twisted:

De facto war es allerdings so, daß er vorher die Katasterpläne einsah und anhand seiner Kenntnisse der "wasserführenden Schichten" (danke Aperdurus, für die korrekte Übersetzung, die "Wasseradern" sind nämlich auf meinem Mist gewachsen)und Quellen recht exakt Punkte bestimmen konnte, die für Bohrungen geeignet waren (bei meinem Terrain von 8,5 ha immerhin nur 2).
Der geologische Aufbau der hiesigen Gegend ist eigentlich sehr interessant, aber für die Einwohner ziemlich unberechenbar: Felsen, Erde, lehmige, wasserundurchlässige Schichten, alles wechselt unvermittelt ab.
Ich selbst habe auf meinem Gelände ein natürliches Wasserloch, welches von einer Quelle gespeist wird, mein Flüssiggastank liegt in einer "Badewanne" aus Felsen und meine Kastanien wachsen sehr üppig auf magerem Kalkboden - es gibt hier eben immer Überraschungen.

@ Aperdurus
da ich einen Gästebetrieb betreibe, brauche ich natürlich eine Nutzungsgenehmigung von der DDASS, die aber auch zunehmend von Privatleuten verlangt wird. Angeblich wird es wohl in ein paar Jahren (oder früher) unmöglich oder schwierig werden, einen Brunnen bohren zu lassen.
Kosten entstehen nur durch das Gutachten des Hydrologen, der den Brunnen "begutachtet" und die Wasseranalyse in einem anerkannten Labor.

Gruß
Lilo
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Floc
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Mittwoch 14. November 2007, 14:41

O.K. ihr wollt es nicht anders.... :twisted:

[Klugscheiser modus an]
Wasserführende Schichten nennt man Grundwasserleiter. Grundwasserleiter können mehr oder weniger beliebige Lage im Raum einnehmen, von waagrecht bis senkrecht. Im Grundwasserleiter gibt es eine mit Wasser gesättigte Zone, dieses Wasser nennt man Grundwasser. Wasser in der ungesättigten Zone ist definitionsgemäß Sickerwasser (neben weiteren "Wasserarten...) wenn es sich unter Einwirkung der Schwerkraft abwärts bewegt
Die Grenze zwischen gesättiger und ungesättigter Bodenzone ist die Grundwasseroberfläche.
Wasser das aus einem Artesischen Brunnen zutage tritt ist gespanntes Grundwasser, salopp gesagt es steht "unter Druck" aufgrund der geologischen Begebenheiten. Dieses Wasser tritt aus der gesättigten Bodenzone aus und ist somit Grundwasser. Wasser in der gesättigten Zone eines Hanges ist auch Grundwasser.

Wer sich für weiteres rund um's Grundwasser interessiert dem empfehle ich
B.Hölzing, Hydrogeologie, Enke Verlag,

und ein letztes mal die Wasserader
Der Begriff Ader kommt aus dem Wortschatz der Bergleute und bezeichtet einen kleinen (Erz)Gang. Ein Gang ist eine Spaltenfüllung durch Mineralien oder Gesteine, hat also absout nichts mit Wasser zu tun......

[/Klugscheiser modus aus]
De facto war es allerdings so, daß er vorher die Katasterpläne einsah ...
da hätte ich drauf wetten können. Da war auch garantiert ne (Hydro)Geologische Karte dabei.........

Grüße Floc
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Aperdurus
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Mittwoch 14. November 2007, 15:11

Salut floc,
Du schriebst:
Wasserführende Schichten nennt man Grundwasserleiter
Dazu vielleicht noch eine ergänzende Frage :?: Mit Sprossen oder Stufen? :D

Schätze mal, daß Lilo bei diesen äußerst komplizierten und schwierigen hydrogeologischen und Definitions- Bedingungen, unter denen ihr Brunnen erbohrt worden ist, jeden Schluck Wasser besonders genießt. :mrgreen:

Heißt man dieses Fachchinesisch jetzt Geologendeutsch oder Geologenlatein :?:

Gruß von weiter südlich
Aperdurus
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Floc
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Mittwoch 14. November 2007, 16:27

Aperdurus hat geschrieben:Salut floc,
Du schriebst:
Wasserführende Schichten nennt man Grundwasserleiter
Dazu vielleicht noch eine ergänzende Frage :?: Mit Sprossen oder Stufen? :D.....
Eine Stufe ist Bestandteil einer Treppe, die zu einer funktionalen Einheit (eben dieser Treppe) angeordnet sind.

Eine Leitersprosse, ist eine querlaufende Verstrebung zwischen den beiden Holmen einer Leiter.

Da wir vom GrundwasserLEITER sprechen ergibt es sich von selber das es wir mit Sprossen zu tun haben, wobei diese nicht mit der Sprosse aus der Botanik (Jungtrieb oder auch Keimling) verwechselt werden darf.


Aperdurus hat geschrieben:Salut floc,

Heißt man dieses Fachchinesisch jetzt Geologendeutsch oder Geologenlatein ?
Ab 0,8 promille Geologenlatein.....
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Aperdurus
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Mittwoch 14. November 2007, 16:33

Salut floc,
jetzt bist Du auf meiner Stufenleiter eins hoch. :mrgreen:
Gruß Aperdurus
Lilo
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Mittwoch 14. November 2007, 19:25

Aperdurus hat geschrieben: Schätze mal, daß Lilo bei diesen äußerst komplizierten und schwierigen hydrogeologischen und Definitions- Bedingungen, unter denen ihr Brunnen erbohrt worden ist, jeden Schluck Wasser besonders genießt. :mrgreen:
Salut,

in der Tat, vor allem als Kir des Pauvres! :D

Na ja, Floc, Deine geologischen Kenntnisse in Ehren, aber wenn hier im Forum jeder, mit dem was er studierte oder lernte glänzen wollte, gäbe es vermutlich überhaupt keine Verständigung mehr. :oops:
Im Übrigen denke ich, daß Joachim eher mit "Wasseradern" als mit "Grundwasserleitern" etwas anfangen kann - und letztendlich: Hauptsache Wasser!

Gruß
Lilo
Napoleon51
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Donnerstag 15. November 2007, 00:56

Hallo Lilo,

aber dieser "Vorgang" zeigt doch, welche Qualität unser Forum hat. Wieviel uns unbekannte Experten sind vielleicht noch unter uns und helfen uns bei Bedarf. Sicher, da gebe ich Dir Recht, nicht auf jedes Problem brauchen wir so qualifizierte Antworten. Aber wenn das Ganze an Dich per PN geschickt worden wäre, wäre es für Dich eine interessante Info für Dein Lebenselixier gewesen, man kann ja nicht von Wein alleine leben.

PS: bei der Gelegenheit, was macht eigentlich "Euer" Wetter, geht Euch den Wind nicht langsam auf's Gemüt?
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Floc
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Donnerstag 15. November 2007, 16:15

@ Lilo:

ich habe hier meinen Senf dazugegeben nicht um mich irgendwie zu profilieren oder damit zu glänzen das ich studiert habe, sondern weil es hier einfach um falsche Begriffe/Vorstellungen ging und das hat absout nichts mit meinem Ego zu tun.....
Lilo
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Donnerstag 15. November 2007, 16:35

Floc hat geschrieben: ....oder damit zu glänzen das ich studiert habe, sondern weil es hier einfach um falsche Begriffe/Vorstellungen....
Salut Floc,

das ist falsch und weil ich dies studiert habe, kann ich Dir sagen, wie es richtig heißt:....oder damit zu glänzen, daß ich studiert habe....

Dies gehört aber nicht zum eigentlichen Thema, außerdem denke ich, daß es damit genug sein sollte. :wink:

Gruß
Lilo
Emile
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Dienstag 27. November 2007, 17:37

Salut Floc

Mein Arbeitgeber bis zu meiner Pensionierung ist ein sehr großer Pharmakonzern aus Basel. Diese Konzern gibt sich nun niemals mit Hokuspokus ab. Trotzdem setzte sie mit Erfolg einen Schweizer Physiker von der ETH ein, um an einigen schwierigen Stellen als Wünschelrutengänger nach geeigneten Stellen zu suchen.
Das war besonders schwierig in Indien, wo am geplanten Fabrikstandort die Aquifer sich engmaschig mit den Aquikluden abwechselten. Die anfänglichen Spötter waren sehr schnell verstummt, als die niedergebrachte Bohrung eine ausreichende Schüttung brachte.

Seitdem bin ich persönlich sehr vorsichtig mit der voreiligen Abqualifizierung wie Scharlatan usw.

Gruß aus dem Elsass
Emile
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JoachimF
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Mittwoch 28. November 2007, 00:26

Hallo Aperdurus,

dank Deiner Ausführungen bin ich schlauer geworden :D
Aperdurus hat geschrieben:die Kosten beliefen sich damals auf ca. DM 8.000.--
die reinen Bohrkosten oder plus Pumpe u. Elektrik ?
Mir liegt ein Angebot für 60m Bohrtiefe vor
Bohren : 3000 Euro
Pumpe plus Elektrik und Anschluß : 2000 Euro
Wie lange besteht Dein Brunnen schon?
20 vielleicht auch 30 Jahre.
Aktuelle Brunnentiefe 30m, die Brunnen der Nachbarn liegen bei 60-70m und sind nicht älter als 10 Jahre
Viele Brunnen werden, vor allem bei nicht regelmäßigen Gebrauch, von (ungefährlichen) Bakterien besiedelt
da ich keine andere Wasserquelle habe, wird hier der tägliche Wasserbedarf entnommen und eine Verkeimung der Schlitze ist wohl ausgeschlossen

Einer Forage-Firma aus der näheren Umgebung ( Gelben Seiten ) habe ich den Auftrag übergeben, weil sie versprach in der nächsten Woche zu kommen. An dieser Stelle wurde erst klar, dass der Auftrag auf eine Bohrfirma und eine PumpeninstallationsFirma aufgeteilt wird. Das scheint wohl üblich zu sein, wie ich erfahren habe.
Nur kam die Bohrfirma nicht in der nächsten Woche. Ich habe Druck gemacht und so tanzte man letzte Woche mit schweren Bohrgerät und Kompressor an. Kurz vor meinem Terrain blieb der LKW stecken, da der Weg sich verengte und für den LKW unpassierbar wurde. Begeistert fuhr die Firma wieder rückwärts ab.
Heute erschien ein anderer Brunnenbohrer aus dem Nachbarort, der sofort den Engpass sah und einen sehr guten Eindruck hinterließ.
Könnte ich der Firma - die erfolglos hier war - und deren Devis ich unterschrieben habe, kündigen und einem anderen den Auftrag übergeben ?

Die Zufahrt gehört mir nicht, es liegt eine servitude vor. Der Eigentümer hat zugestimmt, daß ich den Weg verbreitern darf. Der Terassier will 600 Euro für die Verbreiterung haben . Am Montag kommt der Tractopelle und dann geht's weiter
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Aperdurus
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Mittwoch 28. November 2007, 10:50

Salut,
Emile schrieb:
Die anfänglichen Spötter waren sehr schnell verstummt, als die niedergebrachte Bohrung eine ausreichende Schüttung brachte.
Das als Beweis für die Effektivität eines Rutengängers anzusehen, halte ich für verwegen.
Da half Kommissar Zufall wohl.
Klar, wenn man das Geld für den Rutengänger ausgeben will, warum nicht? Früher oder später (tiefer) findet man (fast) immer Wasser.

@joachim

Der Preis scheint mir realistisch zu sein. Ich habe seinerzeit Pumpe, Steigrohr und Elektrik selbst installiert. Ohne Hydrophorbehälter, weil es ja "nur" für die Beregnung installiert wurde.
Trotzdem die Frage, ist schon einmal eine Regenerierung des Brunnens versucht worden?

Als Denkanstoss: http://www.pigadi.de/

Schätze mal, wenn Du der bereits angetretenen Firma den Auftrag entziehst, wird sie Dir wohl die vergebliche Anfahrt in Rechnung stellen. Da hilft nur meist persönliche Rücksprache.
Und außerdem bedeutet ein eloquenterer Vertreter nicht unbedingt eine bessere Bohrarbeit. :lol:

Gruß aus der nördlicheren Drôme, wo es Wasser im Überfluss (Isère/Rhône) gibt

Aperdurus
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Floc
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Mittwoch 28. November 2007, 16:35

Aperdurus hat geschrieben:Salut,
Emile schrieb:
Die anfänglichen Spötter waren sehr schnell verstummt, als die niedergebrachte Bohrung eine ausreichende Schüttung brachte.
Das als Beweis für die Effektivität eines Rutengängers anzusehen, halte ich für verwegen.
Da half Kommissar Zufall wohl.
Klar, wenn man das Geld für den Rutengänger ausgeben will, warum nicht? Früher oder später (tiefer) findet man (fast) immer Wasser.
..........
Zustimmendes Kopfnicken....


Zur Trefferquote von Wünschelrutengängern wurden schon mehrere Untersuchungen und Versuche gemacht, mit dem Ergebnis, das deren Trefferquote durchgehend im Bereich der Wahrscheinlichkeit von Zufallstreffern liegt . Wenn ich eine Kuh übers Feld treibe und da nach Wasser bohre wo sie was fallen läst, habe ich die gleiche Chance auf Erfolg. Wenn an diesem Hokuspokus wirklich effektiv was dran wäre, warum werden dann immer noch die aufwendigen und teuren geophysikalischen Methoden zur Exploration verwendet ???
Wenn das wirklich einer könnte, der hätte für den Rest seines Lebens ausgesorgt. Statt aufwendiger Untersuchungen einfach mit nem verbogenen Drahtkleiderbügel (oder bei Vollmond um Mitternacht geschnittener Haselnusszweig...)duch die Landschaft stiefeln .... Der Mann/Frau wäre Millionär....
....Nur ich kenne keinen !!!
Emile
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Mittwoch 28. November 2007, 17:26

Aperdurus hat geschrieben:Salut,
Emile schrieb:
Die anfänglichen Spötter waren sehr schnell verstummt, als die niedergebrachte Bohrung eine ausreichende Schüttung brachte.
Das als Beweis für die Effektivität eines Rutengängers anzusehen, halte ich für verwegen.
Da half Kommissar Zufall wohl.
Klar, wenn man das Geld für den Rutengänger ausgeben will, warum nicht? Früher oder später (tiefer) findet man (fast) immer Wasser.

Aperdurus
Man kann nicht alle Beobachtungen, die man nicht sofort physikalisch erklären kann, dem Zufall zu zuordnen.
Ich erinnere hier an das rätzelhafte Verhalten der Großtiere, die vor dem verheerenden Seebeben Weihnachten 2004 sehr schnell höhere Gebiete aufgesucht haben. Daher sind keine Großtiere wie Elefanten und andere durch den Tsunami ums Leben gekommen. Dieses Verhalten ist bereits mehrfach beobachtet worden.
Ich habe einmal eine Theorie gehört, die eine Störung der Schumannwellen dafür als Grund nennt. Wenn nun Wirbeltiere dafür offensichtlich Biosensoren besitzen, warum nicht dann auch die Menschen? Möglicherweise spüren das die erfolgreichen Rutengänger, denn der besagte Schweizer Rutengänger war überaus erfolgreich.

Emile
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Aperdurus
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Mittwoch 28. November 2007, 19:34

Salut Emile,

das mit den Großtieren war wohl so:
Es gibt zwei gute Gründe, warum es unter der Tierwelt Südasiens wenige Opfer des Tsunami gegeben hat. Selbst viele Menschen spürten die Erschütterungen des Erdbebens noch ehe die Riesenwellen kamen. Aber selbst Menschen, denen die Anzeichen eines Erdbebens vertraut waren, zogen nicht den richtigen Schluss, hochgelegene Gebiete aufzusuchen. In der Tierwelt ist dies anders.
und
Sehr große Tiere, so die Elefanten, spüren Schallwellen, die für deine Ohren nicht mehr wahrzunehmen sind. Sie unterhalten sich untereinander mit ganz tiefen Brummtönen, die kein Mensch hören kann. Offenbar erzeugte der Tsunami auch tiefe Brummtöne, so dass die Elefanten ihn schon von weiter Ferne hörten.
Daraus läßt sich schließen, daß Übersinnliches bei dem beschriebenen Phänomen keine Rolle gespielt hat, sondern nur physikalisch Meßbares.


Das nur nebenbei.

Gruß Aperdurus
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