Finanzierung eines Hauses in Frankreich

Renovieren, Kaufen, Mieten, Bauen, Grund- und Hausbesitz in Frankreich
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casefabre
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Registriert: Mittwoch 13. April 2016, 10:49

Samstag 20. August 2016, 12:53

Hallo zusammen!

Ich muss meinen Frust loswerden.
Wir haben uns für ein Haus in Frankreich entschieden, sind dann im Mai vor Ort gewesen.

2 Banktermine, 2 mündliche Zusagen
1 Banque Populaire
2 Credit Agricole

Nachdem die Kaufpreisverhandlung abgeschlossen wurde, meinte die Bank 2 da wir kein Kunde der BAnk wären kann die Finanzierung nicht über das Institut laufen.

Mmmh Termin wurde aus Deutschland vereinbart Unterlagen eingereicht, ist glaube ich eine Ausrede da der örtlichen Bank das Risiko zu groß ist.

Die erste Bank hier hat der Sachbearbeiter gewechselt, dieser hat auf den Agenturleiter (Urlaub gewartet ) nach dem Urlaub wieder Sachbearbeiterwechsel.

Nach 6 Wochen liegt keine schriftliche Zusage vor.

Mal nur so ein Gedanke
Ziel der EU ist es einen offen Markt zu gestalten in dem Firmen und Bürgern grenzüberschreitende Geschäfte erleichtert werden
Keine Grenzen gleiche Währung quasi Freihandel

In der Realität Deutsche Banken finanzieren keine Immobilien mit entsprechender Sicherheit auf der Immobilie
Ausnahme LBS Süd

Französichen Banken fällt es schwer Deutsche Einkommens und Vermögensverhältnisse objektiv zu beurteilen

Wir haben hier eine Mitarbeiterin bei der Bank Mutuel gefunden die es als persönliche Herausforderung sieht solche Projekte zu begleiten

Ich bin tatsächlich schwer enttäuscht, und denke das die EU ein Projekt der großen Firmen und Konzerne ist.
Den Paß an der Grenze hochhalten oder Geld zu tauschen ist kein Problem



Gruss
Casefabre
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Piroschka
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Samstag 20. August 2016, 23:31

Auch beim Crédit Mutuel dürfte es schwierig werden, die haben nämlich 3 Hierarchie-Ebenen.
Früher kaufte man sich etwas, wenn man es sich leisten konnte, man sparte dafür.
Heute werden Sicherheiten verlangt, vor allem nach all den Erfahrungen mit den närrischen
Touristen, die sich in über 1000 km Entfernung ein Haus kaufen wollen, das sie zwei-, dreimal im Jahr sehen.
EU hat hervorragend für Verbraucherschutz gesorgt, damit die Leute sich nicht übernehmen.
Man hat auch Erfahrungen mit Ausländern, die sich zweimal monatlich dieselben 6000 Euro von einem Kto aufs andere überweisen und sagen: "Das ist unser Einkommen."
In Wirklichkeit haben sie 2400 im ganzen Monat, 3 Kinder am Hals und 2 Autokredite.

Das ist aus Frankreich gesehen intransparent und als Aktionärin des Crédit Agricole mit mehreren Zehnntausend Aktien bin ich dankbar, dass sie nicht undurchsichtige Einkommensverhältnisse sorglos beseite schieben und im Kreditgeschäft Risiken eingehen, um nachher ein nicht verwertbares Haus an der Backe zu haben. Ein Unfall, eine Scheidung reichen, um die Sache zum Fiasko werden zu lassen.

Man kann aber jederzeit ein Wertpapierdepot von sagen wir 400.000 E übertragen lassen,(innerhalb der EU alles möglich) und nach Sicherheitsverpfändung (nantissement) hat man seinen Kredit.
"Mündliche Zusagen" bei Banken gibt es nicht, denn die Entscheidung trifft nicht der kleine Mann oder die Maid in der Filiale (siehe oben: Hierarchie).
Die Leute empören sich immer über Datenaustausch, aber ob gegen einen möglichen
Kreditnehmer (des Crédit Agricole) in D. nicht ein Insolvenzverfahren, Vollstreckungstitel, usw vorliegen /laufen, ist von hier nicht zu ermitteln.
Offensichtlich sind die beigebrachten Unterlagen nicht ausreichend, es gibt auch entsprechende Vorschriften zum Erwerberschutz (wieviel mindestens von den festen Einkünften verbleiben müssen, damit die Familie nicht verhungert).
Es gibt Millionen unverkäufliche Objekte in Frankreich, warten Sie die bevorstehende
Immobilienkrise ab.
Gruß
P.
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casefabre
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Montag 22. August 2016, 07:31

Besten Dank für die ausführliche Antwort.

Dieses ist unser zweites Objekt in Frankreich.
Das erste Objekt Neubau war schwierig da wir finanziell grenzwertig dieses stemmen wollten und auch haben.

Dieses mal sind unsere Einkommensverhältnisse sehr gut bestehen aber aus Gehalt und Mieteinnahmen.

Ich glaube tatsächlich das die Mieteinahmen in Frankreich eher abschreckend wirkten.

sollten wir 500000 Barmittel transferieren können bräuchte ich keine Finanzierung.
Dieses geht aber auch ausserhalb der EU anmelden und transferieren

Die Immobilienkrise in Frankreich ist doch schon in vollem Gange
Der Markt hat sich seit 2-3 JAhren zum Käufermarkt entwickelt, wenn eine Vermietbarkeit als Fewo möglichst ist und organisiert werden kann sind derzeit sehr gute Renditen zu erzielen

Natürlich kann es bei den Häuserpreisen weiter runter gehen


Aber es kommt auf Lage, Lage und letztendlich auf die Vermietbarkeit der Liegenschaften an




Gruss
Casefabre
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casefabre
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Registriert: Mittwoch 13. April 2016, 10:49

Montag 22. August 2016, 07:41

Ihre Besorgnis als Aktionär der Credit Agricole ist unbegründet.

In Deutschland gibt es die Schufa, hier kann eine Auskunft der Darlehen bzw. nicht geleisteten Forderungen eingesehen werden.

Somit kann auch sehr gut aus Frankreich raus die Verlässigkeit des gegenüber eingeschätzt werden.

Jetzt gehen Sie davon aus das die Credit Agricole durch die sagen wir mal positiv gesehen zu vorsichtige Prüfung sich das Geschäft mit bonitätsstarken Ausländern zerschießt würde ich die Aktien vieleicht doch nach unten Absichern.

Gruss Casefabre
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Tonton
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Dienstag 23. August 2016, 12:01

Hättest Du vorher eine Holding im Oman gegründet, wäre des problemlos über die Runden gegangen.
dank Wahlkampfspenden. Auch Bahrein Pass ist sehr willkommen, bei den Banken.
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Grüsse aus der Südsee !
casefabre
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Mittwoch 24. August 2016, 17:01

Danke für den Tipp

Mache ich im nächsten Leben


Gruss vom Niederrhein
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casefabre
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Freitag 26. August 2016, 20:29

Absage Banque Populaire

Da sie in Frankeich kein Einkommen erzielen können wir Ihre Finanzierung nicht begleiten. ( Nach 4 Wochen und gefühlt 40 Seiten Bonitätsnachweis)


Wir haben ein Lösung in Deutschland gefunden soweit so gut.
Ich habe ein neues Lieblingsthema, wie der offene Binnenmarkt in der EU funktioniert.

Wer Interesse hat und ähnliches Versucht einfach mal melden kann unter Umständen Zeit sparen und Nerven schonen.
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Piroschka
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Freitag 26. August 2016, 23:20

Guten Morgen,
wie ich weiter oben schon schrieb, wird nicht beim Mitarbeiter in der Filiale entschieden, sondern in Kommissionen hierarchisch weiter oben.
Es ist auch nicht korrekt, wenn Sie aus der Enttäuschung heraus aufgrund Ihrer Fehleinschätzung vom "europäischen Binnenmarkt" schreiben. Am Markt sind immer 2
Geschäftspartner unterwegs, der eine hat die Ware, der andere ist solvent oder hat Sicherheiten.
Wer sagt denn der Bank, daß Sie das gleiche Geschäft nicht gleichzeitig in Schweden, Schottland, Litauen und auf Zypern durchziehen. Und nun in Casefabre. Ein Haus, das Sie völlig anders einschätzen als die Bank vor Ort.
Sie wissen nicht, wie schwierig es ist, in der EU grenzüberschreitend einen Zahlungsbefehl zu vollstrecken, was ohnehin erst seit ein paar Jahren möglich ist.
Man kann sich ein Haus leisten oder nicht.
Außerdem gibt es die Möglichkeit, von Deutschland aus eine Avalbürgschaft einer Bank zu besorgen. Vorausgesetzt, Sie finden eine Bank in D., die da mitspielt - also wieder die Frage der Kreditwürdigkeit.
Ich schreib das hier auch für andere Mitdenker.
Gruß
Piroschka
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casefabre
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Samstag 27. August 2016, 06:02

Sehr geehrte Piroschka!

Ich schreibe hier um eventuelle Interessenten zu warnen.
Ich habe bereits 2004 in Frankreich 1250 km entfernt ein Haus gebaut.

Im Jahr 2016 mit entsprechenden Sicherheiten Kapital und Grundbesitz in Deutschland bin davon ausgegangen das ein Kauf über eine französische Bank mit einer Hypothek in Höhe von 60% des Preises in Frankreich möglich ist.

Ist aber nicht möglich.


Ihr Aussage suggeriert wenn die Sicherheit vorhanden ist geht das.
Das stimmt nach meiner Erfahrung nicht.


Ich habe in Deutschland tatsächlich nur 1 Institut gefunden, die dieses begleitet.

Warum ist der Häusermarkt in Frankreich ein Käufermarkt geworden?
Es werden in Zukunft voraussichtlich weniger Engländer, Deutsche kaufen.

Das Angebot ist jetzt schon wesentlich höher als die Nachfrage
Bei einem Kauf spielt auch eine Rolle wie wahrscheinlich kann ein Haus wieder verkauft werden, da dieses schwierig ist wird der Wert des Hauses niedriger angesetzt.

Das Ergebniss niedrige Zinsen günstige Häuser aber kaum Interessenten die diese Angebote annehmen können.
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casefabre
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Samstag 10. September 2016, 09:31

Guten Morgen

Ich habs getan, nach 7 Monaten können wir in ca 2 -3 Monaten die Schlüssel haben und uns Eigentümer nennen.
Hätte mir das vorher jemand erzählt welche Schwierigkeiten eine grenzüberschreitende Finanzierung im Jahr 2016 beinhaltet, hätte ich mir einige graue Haare ersparen können.
:evil: :evil: :evil: :evil:
Aber Mund abwischen und vorwärts denken. :lol: :lol: :lol:
Kennt jemand der jemanden kennt der im Hinterland von Perpignan Nähe Ille sur Tete wohnt, :?: :?: :?: :?: :?:
und sich um 3 Giten von Mai -Oktober kümmern kann und möchte?

Wir sanieren bis Ende 2017 und möchten 2018 in die Saison starten

Gruss vom Niederrhein
Casefabre
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Lilo
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Wohnort: Ardèche plein sud

Samstag 10. September 2016, 13:56

casefabre hat geschrieben:
Ich bin tatsächlich schwer enttäuscht, und denke das die EU ein Projekt der großen Firmen und Konzerne ist.
Den Paß an der Grenze hochhalten oder Geld zu tauschen ist kein Problem
EU in der Praxis gibt es nicht!

Gruß
Lilo
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casefabre
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Registriert: Mittwoch 13. April 2016, 10:49

Sonntag 11. September 2016, 08:32

Thema EU

Ich habe mich ein wenig eingelesen
Ich muss mich bei der EU in aller Form entschuldigen, das Problem des beschränkten Zuganges wurde bereits 2004 sehr detailliert beschrieben, die Umsetzung in nationales Recht wurde jedoch von 24 Ländern abgeändert, von Östereich mit komplett eigenem Gesetz quasi außer Kraft gesetzt.

Mein vorheriger Eindruck war demnach falsch, nicht die EU erschwert das freie grenzüberschreitende Handeln, sondern die Mitgliedsstaaten selber.

Gruß
Casefabre
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