Vorurteile gegenüber Franzosen

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leo71
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Mittwoch 4. Februar 2015, 10:41

Hallo Forumsteilnehmer! :D
Muss auch mal etwas loswerden:

Ich finde es schlimm, überall (in meinem Arbeits- und Bekanntenkreis) auf Vorurteile gegenüber Franzosen zu stoßen.
Ich habe nie französisch gelernt, fahre trotzdem seit ungefähr 1999 jedes Jahr so ca. 1 - 3 Mal ins geliebte Land!
Trotz meiner mangelhaften Sprachkenntnisse konnten wir uns auf Campingplätzen einen Stellplatz mieten, einkaufen gehen, eine Autoreparatur durchführen lassen, etc. Natürlich spreche in zunächst auf französisch die Menschen an und versuche mein Anliegen zu erörtern (es gibt ja diese wunderbaren Hilfen in jedem Touriführer :mrgreen: ). Ich versuche ebenfalls, jedesmal etwas mehr französisch zu erlernen und zu sprechen. Meine Erfahrung ist, dass sie alles versuchen, um uns zu helfen. Noch NIE sind wir auf Menschen gestoßen, die uns "haben stehen lassen".

Ich sehe die Franzosen viel weltoffener als die Deutschen. Sie versuchen viel mehr als die Deutschen, mit dem Gegenüber in Kontakt zu treten.

Warum sind die Deutschen so ignorant, auch mit ihrem Nachbarn?!
Bin gespannt auf Antworten!
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Wer nicht mit der Zeit geht, der muss mit der Zeit gehen!
mathe
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Mittwoch 4. Februar 2015, 13:19

Hallo,

Ich kenne auch diese Vorurteile. Mittlerweile komme ich damit gut zurecht. ich lasse die Leute mit Ihren Vorurteilen. Dadurch bleiben diese Leute mit ihren Vorurteilen fern von Frankreich. Es hat einen Vorteil, man hat ein bisschen mehr Platz, um Urlaub zu machen. Jeder, den ich kenne, der aber in Frankreich war, ist meistens von der Hilfsbereitschaft der Franzosen angetan. Viele Franzosen zeigen auch gern, dass Sie ein bisschen Deutsch können. Man sollte aber vielleicht "bonjour" und "merci" sagen können. Es hilft gewaltig. Man kennt auch den Spruch, wie man in den Wald ruft,....

Claude
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Floralys
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Mittwoch 4. Februar 2015, 17:10

dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
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Alles beginnt mit der Sehnsucht.
Nelly Sachs
frank.gz
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Donnerstag 5. Februar 2015, 08:37

Floralys hat geschrieben:dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.
so isses!!!
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Napoleon51
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Samstag 7. Februar 2015, 01:23

Ich fahre jetzt seit 53 Jahren jedes Jahr, oft auch mehrfach nach Frankreich. Ich kann mich verständigen und schreibe täglich über einen anderen Weg mit Franzosen. Ich habe in den Jahren auch viele positive Begegnungen gehabt. Aber - keine Regel ohne Ausnahme, was ich immer in einem großen Feriendorf des größten Fewo- Vermieters in Europa erlebe, bestätigt alle negativen Vorurteile, leider! Aber, wie ich geschrieben habe, ist das eine Ausnahme. Auf Grund der Größe der Anlage machen so aber leider viele Urlauber die schlechten Erfahrungen. Vielleicht sollte man denen mal die "Tourismus- Zitrone" verleihen. Im letzten August gab es auch schon negative Presse- Schlagzeilen. Aber wer traut sich schon, dort mal Druck zu machen. 1 verärgerter Urlauber hält mehr Andere vom Urlaub in Frankreich ab als 1 zufriedener Urlauber gewinnen kann!
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Napoleon51

meine Homepage als Dank an meine "Lieblingsheimat" an der Côte: www.ledramont.eu
Yoyo
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Samstag 7. Februar 2015, 07:12

Meines Erachtens sind "die" Franzosen weder besser noch schlechter als "die" Deutschen. Es gibt zwar gewisse Unterschiede in der Mentalität (die auch nicht immer nur "gut" sind), aber die schlimmsten und die besten Eigenschaften findet man bei den Menschen in beiden Ländern. Und Vorurteile gibt es auf beiden Seiten.

Ich würde die Franzosen auch nicht grundsätzlich als weltoffener als die Deutschen bezeichnen.
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Schöne Grüße - Yoyo
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Bine
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Samstag 7. Februar 2015, 08:24

Yoyo hat geschrieben:Meines Erachtens sind "die" Franzosen weder besser noch schlechter als "die" Deutschen. Es gibt zwar gewisse Unterschiede in der Mentalität (die auch nicht immer nur "gut" sind), aber die schlimmsten und die besten Eigenschaften findet man bei den Menschen in beiden Ländern. Und Vorurteile gibt es auf beiden Seiten.

Ich würde die Franzosen auch nicht grundsätzlich als weltoffener als die Deutschen bezeichnen.
Dieser Aussage stimme ich 100% zu :wink:
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"Es ist wichtiger, daß sich jemand über eine Rosenblüte freut, als daß er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt." Oscar Wilde
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Roch
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Samstag 7. Februar 2015, 09:39

Hier in Grenznähe am Saarland, halten einige nix von den Franzosen,was ich schade finde.
Ich denke,das ist nur vereinzelt,denn hüben wie drüben, findet der Austausch statt
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Yoyo
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Samstag 7. Februar 2015, 12:56

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Schöne Grüße - Yoyo
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Tonton
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Donnerstag 9. April 2015, 11:50

Man sollte "Urlteile" nicht immer "Vorurteile" nennen.

Jedes Volk hat seine Macken - auch die Franzosen !
Und die Deutschen natürlich sowieso (sogar meine Familie !).

Man muss sich aber nicht immer gleich aufplüstern und von Vorurteilen, Rassismus, oder sonstwas zu reden, wann man diese auch mal anspricht !
Es ist halt so. Persönlich finde ich es sogar gut, wenn jedes Völkchen der EU so seine "Eigenheiten" (andere mögen es "Eigenarten"' nennenà behält.

Für Urlauber wird es dadurch doch erst urig. Leider manchmal auch schwieriger.

Ich war 2009 nach 25 Jahren mal wieder in Italien. Ein tolles Land, ein tolles Volk (auch voller Macken & Eigenarten= mein Urteil, aber nicht mein Vorurteil).
Gerade das gefiel mir ja da auch gut ! Fand es jetzt eher "flach". Der Reiz von Damals, das Abtauchen in eine andere Kultur ist nicht mehr so ganz da, wenn man dort auch an jeder Ecke ein Mac.Do sieht, (und sich schon zuhause den ganzen Winter über an Pizzen & Scampi sattgefuttert hat)

Ich bin sicherlich der erste Lästerpott über die Franzosen - gleich nach den Franzosen selbst (jaaaaa, die können das noch besser !) - auch wenn ich mein halbes Leben dort verbracht habe.
Aber glaubt mal nicht, die sind anders. Habe immer noch ein paar Knaller in meinem Dorf, die den Arm in den Himmel strecken, wenn sie mich kreuzen, und was über den Marktplaté gröhlen, wofür sie in Deutschaldn am Hauptbahnhof gleich ein paar Messer zwischen die Rippen bekommen würden.

Boch bleibt halt auch Boch, ist bei denen doch genauso.
Also, lasst mir meine Urteile. Meinetwegen nennt sie auch Vorurteile. Aber ich glaube doch, dass mehr als ein 1/4 Jahrhundert "hautkontakt" so einiges von dem "vor" weggespült haben sollte.
:mrgreen: :mrgreen: :D :) :?: :evil:
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Grüsse aus der Südsee !
Chrissie
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Dienstag 25. Juni 2019, 15:44

Ich kenne Frankreich auch sehr gut und ich war schon sehr oft in diesem Land und ich fühle mich dort schon richtig heimisch.Was mir auffiel ist, dass die Franzosen in der Arbeitswelt ziemlich fleissig sind, arbeiten ist deren Lebenselixier ( neben der Familie und langem, guten Essen " repas en famille", auch sind Franzosen Fremden schon aufgeschlossen, man redet so ein bisschen und dass Franzosen " deutschenfeindlich " sind, das habe ich persönlich nie erfahren, sie interessieren sich für diverse Themen, worüber man sich auch unterhält, nur mit Fremdsprachen haben sie es nicht so..Deutsch hin und wieder ( das eher im Elsass)_ Englisch nun fast gar nicht, da in der Schule Spanisch und Deutsch( als Wahlfach) gelehrt wird.
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francois01
Beiträge: 9
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Dienstag 25. Juni 2019, 20:28

Hallo,

wir fahren jetzt auch seit ca. 30 Jahren regelmäßig nach Frankreich. 1 - 2 mal im Jahr in Urlaub, meist auf Campingplätze im Mobilhome, zuletzt
auch 3 mal mit dem Hausboot. Wir sprechen nicht besonders gut französisch, aber wir haben die Erfahrung gemacht, wenn man sich bemüht,
dann sind auch die meisten Franzosen sehr entgegenkommend. Wir haben eigentlich noch nie schlechte Erfahrungen gemacht, und wie schon
oben erwähnt ...wie man in den Wald hineinruft!!!
Wir sind halb Frankreich abgefahren, von Süd, übers Landesinnere bis nach Westen (im Norden leider noch nicht) und haben keine regionalen Unterschiede festgestellt.
Ich habe mittlerweile viele unserer Freunde mit dem Frankreichvirus infiziert und die sind alle begeistert.

Wir werden es immer wieder tun.

Güsse aus Bayern
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Freigrafschaftler
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Freitag 28. Juni 2019, 12:46

Ich selbst lebe seit fast fünf Jahren in Frankreich und bin mit einem Franzosen verheiratet. Ich würde deshalb sagen, dass ich durchaus einen gewissen Einblick darin bekommen habe, wie Frankreich und die Franzosen so sind. Und natürlich stört es mich auch, wenn gewisse Bekannte von "meinem Franzosen da" sprechen und ihm irgendeinen willkürlichen Spitznamen wie "Jean-Jacques" verleihen, statt von ihm mit seinem tatsächlichen Vornamen zu sprechen. Von anderen Bekannten, die solche Witze wie "nach Frankreich fahr ich nur auf Ketten" machen und von "Froschfressern" sprechen und mit denen ich verständlicherweise jeden Kontakt abgebrochen habe, will ich gar nicht erst reden.

Dass Franzosen weltoffener seien als Deutsche, halte ich daher doch für eine etwas gewagte These, die ich darauf zurückführe, dass Sie, leo71, Frankreich nur "ausschnittsweise" kennen. Ich möchte keineswegs Ihr absolut gerechtfertigtes Anliegen der Völkerverständigung kleinreden, aber wenn Sie glauben, dass die Verantwortung dafür, dass es mit der europäischen Einigung leider nicht ganz so weit her ist, nur bei den Deutschen liege, muss ich Ihnen ganz klar widersprechen.

Es ist nämlich zunächst einmal nicht so, als ob es nicht auch Franzosen gäbe, die sehr komische Vorstellungen von Deutschland und den Deutschen haben. Als Aushilfslehrer wurde ich von einigen Schülern allen Ernstes gefragt, ob ich zum Frühstück Bier trinke und Sauerkraut esse, und ich habe von Vorgesetzten auch mehrfach Bemerkungen zu hören bekommen wie die, dass ich als Deutscher halt einfach nicht verstünde, wie die Dinge in Frankreich so funktionieren. Ich habe auch von anderen Einwanderern wie beispielsweise Marokkanern und Iranern zu hören bekommen, dass Ausländern die Nichtvertrautheit mit den für Frankreich typsichen, oft extrem steilen Hierarchien oft übel angerechnet wird. Ein anderes Mal bekam ich bei einer Bewerbung zu hören, dass, wenn ich kein französisches Diplom hätte, ich mich überhaupt nicht zu bewerben bräuchte.

Und was das Vorurteil anbetrifft, dass Franzosen wirklich schlecht in Fremdsprachen sind, muss ich schlicht und einfach sagen, dass es im Großen und Ganzen stimmt. Die bloße Idee, einen amerikanischen Film im englischen Originalton anzusehen, ruft oft blankes Entsetzen hervor, und ich erinnere mich auch noch an einen Abend, an dem ich der Höflichkeit halber in einem Gespräch mit einem Nigerianer, der des Französischen noch nicht so mächtig war, ins Englische wechselte und sich plötzlich alle von uns entfernten, weil es den Herren Professoren und Anglistikstudentinnen (sic!) zu viel war, mal etwas Smalltalk auf Englisch zu führen. Ansonsten ist mir da auch noch unsere Hochzeit in Erinnerung, wo ich einen der deutschen Gäste darüber aufklären musste, dass meine französische Wahlverwandtschaft eben tatsächlich kein Wort Englisch könne und man ihn nicht "verarschen wolle".
E.s gibt natürlich Ausnahmen, mein Mann schlägt sich beispielsweise immer sehr wacker, wenn es ans Deutschsprechen geht, und meine Schüler, denen ich Privatstunden gebe und die nahezu ausschließlich BWLer und Außenhandelskaufleute sind, ebenfalls. Die sind aber eher selten, und wenn ich manche Englisch- und Deutschlehrer sprechen höre, weiß ich auch, woher das kommt.

Und wenn Sie unter weltoffen eine Offenheit für andere Kulturen verstehen, muss ich auch klar widersprechen. Tatsächlich sind die Franzosen doch sehr ethnozentrisch, in dem Sinne, dass sie sehr auf ihre Kultur zentriert sind und diese mit völliger Selbstverständlichkeit für überlegen halten. Es ist natürlich nicht sehr schwer, ethnozentrischer zu sein als wir Deutschen, aber das ist bei den Franzosen durchaus sehr ausgeprägt.: Vielfach kommt daheim nur Französisches auf den Tisch, und oftmals war ich es als Ausländer, der darüber aufklären musste, dass es bestimmte Dinge so nur in Frankreich gibt.
Ich wohne hier auch in einer Gegend, in der der Front National (bzw. Rassemblement National) im ländlichen Umfeld regelmäßig auf 25 % kommt, und in der ich auch schon jemanden in aller Öffentlichkeit den Arm in die Luft strecken gesehen habe; da dieser besagte Mensch auch einschlägige Aufnäher auf seiner Jacke trug, glaube ich nicht, dass er das bloß tat, um zu zeigen, wie hoch das Gras bei ihm wächst.

Ich würde aber dennoch sagen, dass die Franzosen gleichzeitig tatsächlich weniger rassistisch sind und Einwanderern, die zu ihnen gehören wollen, eher eine Chance geben. Auch ist es durchaus selbstverständlich, dass es Franzosen und französische Beamte eben auch in verschiedenfarbigen Ausführungen gibt, und da eine konsequente Trennung von Staat und Religion herrscht, ist es eben auch selbstverständlich, dass es Franzosen gibt, die nicht nur katholisch sind (auch wenn diese Konfession vorherrscht und man als geborener Lutheraner eher ein Exot ist).

Die Franzosen sind auch im Allgemeinen wirklich sehr herzlich und hilfsbereit, und das ist auch etwas, das ich im Alltag sehr zu schätzen weiß. Ich würde auch für meine lieben Gallier und meine Wahlheimat trotz all ihrer Macken die Hand ins Feuer legen und gedenke auch, die französische Staatsbürgerschaft zu beantragen.
Da ein guter Patriot aber auch die Schwächen seines Landes kennen und anklagen sollte, muss ich auf dieser Richtigstellung ebenfalls bestehen.
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Freigrafschaftler
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Registriert: Mittwoch 9. Januar 2019, 13:41
Wohnort: Besançon, Franche-Comté

Freitag 28. Juni 2019, 14:00

Nach meiner Lästerei über die Gallier möchte ich aber auch noch hinzufügen, wo die Franzosen tatsächlich wesentlich besser sind, als ihr Ruf.

Ich hatte es ja mit diesem Spruch "Auf Frankreich fahr ich nur nach Ketten", bzw. andere dämliche Aussagen wie "Das Leben ist kein Frankreichfeldzug" usw. Dem liegt die Vorstellung zugrunde, die Franzosen seien irgendwie geziert und feige. Wenn ich ehrlich bin, trifft das auf die Deutschen viel eher zu. Nicht nur, dass Frankreich sehr viel für seine Landesverteidigung ausgibt und dieser auch allgemein ein sehr hoher Stellenwert eingeräumt wird, auch habe ich den Eindruck, dass die Franzosen allgemein eher bereit sind, nicht nachzugeben und ihren Standpunkt zu behaupten, notfalls auch sehr nachdrücklich. Das hat auch auf mich abgefärbt und bei manchen Landsleuten schon für Erstaunen gesorgt.

Und der exklusive, gezierte und aristokratischen Touch, den die französische Kultur in den Augen nicht nur vieler Deutscher, sondern auch des Auslands allgemein hat, ist immer wieder etwas, womit einem die Lacher sicher sind, wenn man Franzosen davon berichtet.

Und dass sie faul seien, gerade die Südfranzosen...nun ja, das wird wohl darauf zurückzuführen sein, dass die meisten Deutschen ihren Urlaub immer im Ausland verbringen und deshalb unbewusst Ausland mit Urlaub, also Nichtstun verbinden. Wenn man aber dann in der Hitze Toulons oder Marseilles mal wirklich ranklotzen muss, denkt man darüber wohl schon etwas anders, wie überhaupt, wenn man mal im Ausland gearbeitet hat.
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Peter42
Beiträge: 9
Registriert: Freitag 12. August 2016, 11:04

Sonntag 30. Juni 2019, 15:43

Seit 1994 sind wir jeden Sommer zu Gast in Südfrankreich.
Immer in der Nebensaison, nur einmal vor zehn Jahren im August, das machen wir nie wieder.
Zwischen Toulon und St.Trop in der nähe von Lavandou haben wir eine Oase gefunden,
von der wir unsere täglichen Rad und Car-Ausflüge mit und ohne Kamera machen können.
Menschen und Kultur kennenlernen steht oben an und wenn es nur das kleine Merci an der Supermarktkasse ist.
Alleine der kleine Markt, auf dem ich Salat bekomme, der auch satt macht, steckt unsere DE-Wochenmärkte weit weg.
Oh mon catastrophe, non basse mer, eine 80 Jahre Einwohnerin zeigte uns, wo wir abends noch frischen Fisch zum grillen bekommen.

Ich liebe diese 20 Tage im Jahr am Mittelmeer, mit dem Rad morgens das warme Baguette holen,
zum Strand geht nur per Fahrrad, ins Landesinnere mit Auto und Kamera.

Jedes Jahr planen wir eine Übernachtung weit entfernt vom Domizil.
Marseille, Nizza, die Prealpes, AIX, das macht Urlaubsstimmung.
Körpergrillen am Strand ist uns ein Graus.

Ich würde nicht sagen, das ich Franzose werden möchte, aber der Aufenthalt dort dürfte für mich
auch gerne länger als 3 Wochen im Jahr sein.
Werde ich in der Rente auch intensivieren.

Ich habe nie Misstrauen oder Abneigung verspürt,
ein nettes Bon Jour reißt sofort Grenzen nieder.
Ah, Ouih, cet tres bien, merci,
und schon geht die Bereitschaft auf, sich mit Händen und Füßen zu unterhalten.
Denglisch ist da überhaupt nicht willkommen,
wird aber nach ein paar Sätzen aktzeptiert, dann ist es Frenglisch....


Wir gehen auf den Wochenmarkt, setzen uns bei FranceMutti ins Cafee an der Marktgasse,
Ich setze mich und lese , meine Frau geht noch stöbern nach Wäsche.
Ich bekomme einen Cappuccino und nach einer Stunde kommt Frau zurück.
Dolcevita brauch ich nicht, wenn man selber offen und herzlich ist,
man muss nur selber aus der Haut kommen und respektieren, das man in einem anderen Land ist.
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BlackCat
Beiträge: 3
Registriert: Montag 13. Mai 2019, 06:24

Freitag 12. Juli 2019, 16:03

Chrissie hat geschrieben:
Dienstag 25. Juni 2019, 15:44
Englisch nun fast gar nicht, da in der Schule Spanisch und Deutsch( als Wahlfach) gelehrt wird.
Warum in aller Welt sollte ein Deutscher dann auf Biegen und Brechen versuchen, mit englisch weiterzukommen, sofern er kein französisch spricht, wenn die Chance doch viel grösser zu sein scheint, dass er mit deutsch weiterkommt? :| :mrgreen:
De facto sieht es so aus, dass die Schüler Spanisch und Englisch lernen (und Deutsch als Wahlfach) :wink:
Nun ist es aber nicht bei jedem "erst gestern gewesen" und mangels Routine vergisst man auch vieles wieder, das kennt sicher auch so mancher Deutscher. Die einfachsten Vokabeln wollen einem auf die Schnelle nicht einfallen, und bevor man völligen Blödsinn von sich gibt, schweigt man lieber und gibt vor, es nicht (mehr) sprechen zu können.
Es kommt allerdings immer auf das WIE an. Direkt mit nahezu perfektem Englisch lospreschen, schreckt eher ab. Versucht man jedoch mit Händen und Füssen freundlich zu suggerieren, dass man für jede Hilfe dankbar wäre, wird einem auch nach besten Möglichkeiten geholfen.
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