Fassbier!

Tipps & Fragen zu Restaurants, Wein, regionalen Spezialitäten, Rezepten etc.
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Bonzo
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Mittwoch 22. Mai 2002, 13:09

Salut Leute,

Habe eben die "Dosenbierdiskussion" im Forum gelesen und da fällt mir direkt eine Frage zu ein: Warum ist es mir in Frankreich nicht möglich, Fassbier ohne Lizenz zu erwerben? Im Sommer benötige ich jede Menge Bier (ca. 2000l) und habe keine Lust, mit einem LKW 8000 kleine Flaschen Kronenbourg in der Metro in Avignon zu kaufen. Erstmal ist das eine wahnsinnige Plackerei und dann ist die Entsorgung der Flaschen auch noch ein Problem. Eine Zapfanlage mit allem drum und dran haben wir, auch einige Fässer aus Deutschland, aber es ist uns nicht möglich, unseren ganzen Bierbedarf mit nach Frankreich zu nehmen.
Wer weiß eine Lösung?

Bis dann

Bonzo
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Stefan Cilimba
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Mittwoch 22. Mai 2002, 15:07

Hi Bonzo, das ist wegen des Zolls (Douanes), die die ganzen Bierverleger scharf kontrollieren. Du kannst höchstens 20 50l Fässer auf einen LKW laden und mitnehmen.
St. Jory ist ein bischen weit weg, sonst könntest Du das über uns machen, wir haben eine Lizenz IV.
Stefan
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Stefan Cilimba
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Bonzo
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Donnerstag 23. Mai 2002, 08:38

Salut Stefan,

danke für dein Angebot, aber es ist uns nicht möglich, quer durch die Berge zu fahren um bei euch Bier zu holen. Während der Ferienmaßnahme haben wir lediglich 6 VW-Busse mit Anhängern vor Ort und diese werden für Ausflugsfahrten benötigt. Lediglich auf der Hinfahrt haben wir einen 22-Tonner und der ist schon prall gefüllt mit unserem Lagermaterial. Wir haben auch schon ein Angebot aus der Dorfkneipe, aber das ist völlig inakzeptabel. Aus Kostengründen werden wir wohl wieder Flaschen holen, da liegt der Literpreis bei ca 1,30€. Wir verstehen nur nicht, warum wir Bier ohne Ende in Flaschen kaufen können, aber Fassbier uns verwehrt wird.

Bonzo
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Stefan Cilimba
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Donnerstag 23. Mai 2002, 23:36

Hi Bonzo, schau doch mal in der Metro nach Brauburger, das ist ein deutsches Billigbier für ca -,70 cents den Liter incl. TVA. Das ist echt preiswert, dummerweise in Dosen, aber hier bei uns geht jetzt auch die Mülltrennung los, deshalb nicht ganz so schlimm.
Und mit dem Fassbier haben die Franzosen es nicht so, dies ist schliesslich Weinland. Ich sage immer zu den "Eingeborenen": die Franzosen für den Wein, die Deutschen für's Bier und die sind alle d'accord.
Übrigens, warum kommt ihr nicht mal zu uns ins Grüne Perigord anstatt in die touristischen Hochburgen zu wallfahrten.
Viele Grüsse aus dem Grünen Perigord
Stefan
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Stefan Cilimba
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Bonzo
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Freitag 24. Mai 2002, 11:43

Salut Stefan,

wir haben mit unserem Zeltlager ein grundsätzliches Problem. Über 200 Personen müssen auf einem Campingplatz untergebracht werden. Und gerade in den Sommerferien haben die Campings Stammgäste und dann ist für uns kein Platz vorhanden. In St. Martin d'Ardèche sind wir seit nunmehr 15 Jahren und haben uns auf die Gegend eingestellt. Wir haben 20 eigene Kajaks und Kanadier, 35 Mountainbikes usw. Der größte Teil des Materials ist in einer von uns gemieteten Halle untergebracht, und wenn wir "umziehen" würden, hätten wir größte logistische Probleme. Wenn aber jemand einen Camping weiß, der uns aufnehmen würde für kleines Geld (weniger als 15000€) und dort auch Lagerhallen für unser Material wären, würden wir uns die Sache vielleicht überlegen.

Bis dann

Bonzo
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Stefan Cilimba
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Samstag 25. Mai 2002, 08:30

OK, OK, ich will nix gesagt haben. Konnte man ja nicht wissen, dass das solche Ausmasse hat.
Sollte es sich hierbei etwa um den Fussballnachwuchs von Bayern 4 : 0 Looserkusen handeln?:-))) Die könnten ja echt Leute mit Winnermentalität anstatt Looser gebrauchen!
Grüsse Stefan
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Stefan Cilimba
St. Jory de Chalais Perigord Dordogne
textspecht
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Montag 2. September 2002, 18:05

Stefan Cilimba schrieb:
Hi Bonzo, schau doch mal in der Metro nach Brauburger, das ist ein deutsches Billigbier für ca -,70 cents den Liter incl. TVA. Das ist echt preiswert, dummerweise in Dosen, aber...

Bonjour, Herr Cilimba,

danke, das ist echt ein guter Tip. Wir haben in unserem künftigen Gästehaus zwar nicht den Riesenbedarf wie Bonzo in seinem "Heerlager". Aber unsere (überwiegend deutschsprachigen) Gäste dürften mit Elsässer Bier (aus dem niederländischen Hause Heineken) kaum glücklich werden, und selbst das Zeug ist im Handel ja abartig teuer.
Faßbier lohnt sich bei uns nicht, zu geringer Durchlauf (ich kann mich ja schließlich nicht ständig selber opfern). Dosenbier aus deutschem Einkauf wird vermutlich bald uninteressant, falls Herr Trittin seine Dosenpfandverordnung durchsetzen sollte (die den Verbraucher viel kostet und ökologisch nichts bringt).

Beste Grüße, Heinz-G. Specht
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Lilo
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Montag 2. September 2002, 20:09

Hallo Herr Cilimba,
was ist eine "Lizenz IV"? Was beeinhaltet sie, was kostet sie, wo bekommt man sie?
Gruß Lilo
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Stefan Cilimba
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Dienstag 3. September 2002, 00:38

Hi Lilo, schau doch mal unter Licence im Internet nach!
Es gibt einen Markt für den Verkauf von Alkohollizencen, das ist nämlich nicht so einfach wie in D.
Wir hatten das "Glück", das bei uns im Dorf eine alte Wirtin starb, so dass wir von der Tochter die Lizenz IV zum freien Verkauf von Alk in unserer Bar erwerben konnten. Nur deshalb können wir mit unserem Camping samt Bar Restaurant überleben. In grossen Städten kostest sowas durchaus viel Geld, hier auf dem Land war es etwas günstiger.
Viele Grüsse aus dem Grünen Perigord
Stefan
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Stefan Cilimba
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Lilo
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Freitag 6. September 2002, 03:39

Danke für Ihre Hinweise, Herr Cilimba,

ich habe mal im Internet nachgesehen, es ist wohl so, daß es grundsätzlich keine "neuen" Alkohollizenzen gibt, man muß jemanden finden, so wie Sie, von dem man die Lizenz IV übernehmen kann. Dazu gehört schon eine gute Portion Glück. Was mich doch sehr erstaunt hat, ist der Preis, der genannt wurde: ca. 50.000,- €! Dafür muß man ja fleißig Cocktails mixen.
Dagegen ist der Erwerb einer "Restaurantlizenz" wohl wesentlich einfacher und billiger, aber dafür darf man dann auch nur Bier oder Wein in Zusammenhang mit Essen anbieten.
Ist ja schon mal was, selbst dies ist beispielsweise in Australien schon ein Riesen-Hindernis, deshalb gibt's dort: byo (bring your own), der Gast im Restaurant bringt sich seinen Wein oder sein Bier von zu Hause mit oder kaufts im bottle-shop nebenan.

Da ich keine Bar eröffnen will, ist das Ganze auch für mich kein Thema, interessiert mich, als zukünftiger Frankreich-Bewohner aber trotzdem.

Gruß Lilo
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Phil
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Dienstag 5. November 2002, 08:53

Hallo Herr Specht,

leider haben sie recht mit den hohen Bierpreisen in F. Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, daß Sie Ihren zahlenden Gästen Dosenbier ausschenken möchten?!
Auch finde ich geschmacklich besteht sehr wohl ein Unterschied zwischen Bier aus Dosen und aus Flaschen. Ihren Rotwein würden Sie doch auch nicht im Pappbeutel oder Plastikflasche kaufen?

Zum Wohl
Phil
Zuletzt geändert von Phil am Dienstag 5. November 2002, 08:54, insgesamt 1-mal geändert.
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textspecht
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Dienstag 5. November 2002, 17:14

Salut,
wenn Sie mir sagen, wo ich in (Süd-) Frankreich ein vernünftiges und halbwegs bezahlbares deutsches Bier in Flaschen bekomme, will ich das gern anbieten.
Aber bevor ich Heineken-Produkte in Flaschen führe, entscheide ich mich doch für ein Bier, das vom Gast auch geschätzt wird, selbst wenn es "nur" in der Dose zu haben ist.
Wichtiger als die Verpackung ist der Inhalt.
Das gilt auch für den Wein, den ich — wie sehr viele Franzosen — tatsächlich schon lange im Plastikkanister (für den raschen Konsum) oder "Bag-in-Box" (für den Vorrat daheim) in Winzergenossenschaften einkaufe. Der Wein wird dadurch nicht schlechter, aber deutlich günstiger.
Im "Bag-in Box" (Umkarton mit innenliegender Kunststoff-"Tüte" und Zapfhahn) hält sich der Wein nach dem Anbrechen sogar weit besser als in der Flasche, weil er keinen Luftkontakt bekommt.

Gruß, Textspecht
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Phil
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Donnerstag 7. November 2002, 16:15

Hallo Herr Specht,

es ist natürlich eine Frage des persönlichen Geschmack, aber das Heineken zählt zu den gehobenen Bieren in Frankreich, zu recht, wie ich finde.

Bitte erklären Sie mir, als technischen Laien, doch mal, wie der Wein aus der "Bag-in-Box" herauskommt? Muß der Wein denn nicht durch Luft ersetzt werden? Dann hätte der Wein ja doch Kontakt mit Luft, sogar über eine größere Fläche als bei einer Flasche?!

Dennoch, zum Wohl!
Phil
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Lilo
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Donnerstag 7. November 2002, 21:30

Salut,

gerade trinke ich einen Côte du Rhone aus der bag-in-box, bzw. Fontaine à vin. Das ist in Frankreich eine durchaus übliche Methode vin en vrac zu kaufen, da sich der Wein im Kunststoffschlauch, der nach dem Prinzip des Vakuums funktioniert, wesentlich länger hält als offener (natürlich nicht so lange wie Flaschenwein).
Bei jungem Wein (der sich üblicherweise in Flaschen auch nicht besonders lange hält, sondern nach einiger Zeit "umkippt"), besteht absolut kein Qualitätsverlust. Es ist letztendlich eine Frage des Preises. Nur zum Vergleich: mein Lieblingswein aus der WG in Chusclan kostet 2,06 E / l (lose). Kaufe ich 5 l in bag-in-box, zahle ich 5x2.06=10,30 E zuzügl. Verpackung (besagte bag-in-box) 1,52 €, sind also für 5 l = 11,83 €. Kaufe ich genau denselben Wein in der Flasche, zahle ich für 0,75 l = 3,09 €. Das sind für 5,25 l (7 Flaschen) 21,63 €.
Muß man dazu noch was sagen? Das Ganze ohne Qualitätsverlust, falls man es schafft den "Karton" innerhalb eines halben Jahres zu leeren.
Im Übrigen bieten selbst solch renommierte Weinanbaugebiete wie um Gigondas den Wein im "Karton" an.

Prost,
Lilo

Bag-in-box ist in der neuen Welt eine übliche Abfüllmethode, in Europa wehren sich nur die deutschen Winzer dagegen, aber das ist ein Kapitel für sich.
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textspecht
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Freitag 8. November 2002, 01:53

Bonjour, Phil,

falls Sie mal nach Frankreich kommen, besorgen Sie sich mal ein Bag-in-Box (Fontaine à vin), machen Sie den Deckel auf und sehen sich an, wie das funktioniert. Ein logisches Prinzip.

Wenn Sie Heineken zu den "gehobenen Bieren" zählen, muß ich Ihnen leider mangelnde Sachkenntnis attestieren. Das Zeug hat aus deutscher Sicht die Bezeichnung Bier nicht verdient, denn es kann bis zu 60 verschiedene Bestandteile und Zusätze enthalten, die nach dem Reinheitsgebot absolut unzulässig sind.
Leider hat Heineken auch die meisten der ursprünglich ordentlichen Elsässer Brauereien aufgekauft und produziert dort nun ein flachdumpfiges Gesöff, das man einentlich nur zusammen mit einer Packung Aspirin verkaufen dürfte.
Meine Einschätzung von Heineken & Co finden Sie übrigens auch in zahlreichen Fachpublikationen bestätigt.
textspecht
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