Zweigniederlassung oder neues Unternehmen?

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KeepSmile
Beiträge: 1
Registriert: Dienstag 1. März 2005, 20:21

Mittwoch 2. März 2005, 09:53

hallo Boardteilnehmer.
ich führe eine Kapitalgesellschaft in Deutschland und würde gerne nach Frankreich expandieren.

Was können Sie mir raten, es gibt eben viele Wege um nach Frankreich zu kommen ?

Weg Nr. 1: ich eröffne eine Zweigniederlassung (Doppelbesteuerung?)

Weg Nr. 2: ein Familienmitglied in Deutschland ansässig gründet ein neues Unternehmen, das ich jederzeit erwerben kann. Muß er hier wegen Kapitalausfuhr dem deutschen Finanzamt melden und Quellensteuer bezahlen....? (auch Doppelbesteuerung?)

Weg Nr. 3: ein Familienmitglied, der in Frankreich ansässig ist, meldet das neue Unternehmen auf seinen Namen, auch hier kann ich das Unternehmen jederzeit übernehmen.

Was ist der beste Weg für mich steuerlich sowie rechtlich?

Wer kann mir helfen und einen Vergleich machen?
Zuletzt geändert von KeepSmile am Mittwoch 2. März 2005, 10:16, insgesamt 1-mal geändert.
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Gellner
Beiträge: 8
Registriert: Dienstag 6. April 2004, 14:09
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Montag 7. März 2005, 14:54

Hallo KeepSmile,

wie richtig erkannt, gibt es viele Wege nach Frankreich zu expandieren.
Wenn bis jetzt noch keine grösseren Aktivitäten in Frankreich geleistet wurden, die jetzigen Kunden es nicht fordern und es sich um reinen Vertrieb handelt, wäre der Aufbau einer Zweigniederlassung aus administrativen- und Kostengründen als erster Schritt nicht ratsam.
Es gibt Möglichkeiten in Frankreich mit eigenen Mitarbeitern tätig zu werden, ohne eine rechtlich eigenständige Filiale aufzubauen (für dauerhaften Erfolg ist eine Präsenz in Frankreich vor Ort in den meisten Fällen notwendig).

Grundsätzlich ist jedes rechtlich in Frankreich ansässige Unternehmen dort auch Steuerpflichtig ebenso wie Privatpersonen (bei einer Mindestaufenthaltsdauer). Die Steuerbelastung unterliegt einigen Unterschieden gegenüber Deutschland (es würde hier zu weit führen in Details zu gehen).
Dividenden (bei mind. 10% Anteilen) aus französischen Unternehmen an deutsche Anteilseigner werden nicht in Frankreich besteuert (die Vorsteuer wird zurückerstattet), sondern in Deutschland der Steuerbemessungsgrundlage zugerechnet.

Ein französisches Unternehmen kann jederzeit von einem Deutschen übernommen werden. Anteilsübertragungen werden mit 4,8% des Verkaufswertes in Frankreich besteuert. Die Besteuerung wird nicht fällig, wenn die Anteile über drei Jahre behalten werden.

Ich spreche hier nicht über die Unterschiede in der Entlohnung (Beispiel: 40% Arbeitgeberanteil), der Marktgegebenheiten, Vertriebseigenheiten, Arbeitsrecht ect.

Wie Sie sehen, sollte ein Frankreichengagement im Vorfeld reichlich überlegt werden, um den bestmöglichen Weg zu gehen.

Ich bin mit einem Beratungsunternehmen für deutsche und französische Unternehmen selbstständig und biete verschiedene Dienstleistungen u.a. für den französischen Markt an.
Schauen Sie sich mal meine Hompage an

http://perso.wanadoo.fr/mgrconseil/

Viel Erfolg


Gellner
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textspecht
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Registriert: Dienstag 27. August 2002, 13:32
Wohnort: Ardèche Sud

Mittwoch 9. März 2005, 21:00

Im Archiv des FF findest Du zu diesem Thema auch weitere Anmerkungen, Verweisen und Adressen.

Heinz-Günter
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