Niederlassung in Paris

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mabra
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Dienstag 5. Oktober 2004, 10:23

Ich möchte in Paris eine Niederlassung meiner Handwerksfirma (Kabelbahn-Montagen) eröffnen, um von den den zentralfranzösischen Markt zu bedienen.

Wer kann mir auf Deutsch kostenlos erste Informationen über
a) erforderliche Genehmigungen und Zulassungen und
b) die steuerliche Situation (welche Steuerarten, wie hoch sind die Belastungen usw.)
geben?

Über Auskünfte würde ich mich sehr freuen.

Manfred
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Wolfgang
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Montag 8. November 2004, 10:32

Hallo,

die Steuerbelastung für Unternehmen ist vergleichbar mit der in Deutschland. Besteuerung der Gewinne (imposition sur les sociétés), lokale Steuern vgl. Gewerbesteuer (taxe professionnelle), Lohnsummensteuer (taxe sur les salaires), Ausbildungsabgabe (taxe d'apprentissage).

Deutlich höher als in Deutschland sind die vom Arbeitgeber zu tragenden Lohnnebenkosten. Es gibt im Moment etliche Programme zur Förderung der Unternehmensgründung, die z.T. landesweit, zum Teil regional sind. Besonders interessant zur Gründung sind die sogenannten 'zones franches urbaines', das sind problematische Stadtbereiche mit besonders hoher Jugendarbeitslosigkeit. Die Einsparungen bei den Abgaben machen hier für eine kleine Firma mit 4-5 Mitarbeiten schnell ca. 250.000 Euro innerhalb der ersten 5 Jahre aus.
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mabra
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Montag 8. November 2004, 15:37

Hallo Wolfgang,

recht herzlichen Dank für die interessante Info.

Freundliche Grüsse

Manfred
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Sabine Scheib
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Sonntag 14. November 2004, 10:55

Hallo,

Ausser den von Wolfgang erwähnten "Zones franches" gibt es auch die sog. "Zones de Revitalisation Rurale", in strukturschwachen ländlichen Gegenden. Niederlassungen in diesen Zonen sind ebenfalls mit steuerlichen und Vorteilen und Befreiung bestimmter Sozialabgaben verbunden.

Einen schönen Sonntag noch.
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Sabine Scheib
Überzetzungen
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mabra
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Sonntag 14. November 2004, 11:15

Hallo Sabine,

herzlichen Dank für die ergänzende Auskunft.

Wo (z.B. bei welcher Behörde) kann ich wohl (auf Deutsch, da mein Französisch aufgrund von jahrelangem Nichtgebrauch leider auf "O" ist) erfahren, welche konkreten Wege und Maßnahmen (z.B. Vordrucke, für Gewerbeanmeldungen, Genehmigungsanträge, Arbeitsverträge usw.) ich gehen muss für die geplante Niederlassung in Paris? Alles möglichst konkret.

Gruss
Manfred
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Sabine Scheib
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Sonntag 14. November 2004, 12:05

Hallo Manfred,

Versuchen Sie es doch mal bei der Deutsch-Französischen Handelskammer: http://www.francoallemand.com. Ob dort die Beratung kostenlos ist, weiss ich leider nicht.

Einen schönen Sonntag noch.

Sabine
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Sabine Scheib
Überzetzungen
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mabra
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Sonntag 14. November 2004, 18:28

Hallo Sabine,

danke für den weiteren Tipp. Werde ich machen.

Ebenfalls noch einen schönen Sonntag.

Manfred
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Wolfgang
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Montag 15. November 2004, 11:15

Hallo,

gute Informationen über die Rahmenbedingungen und Formalitäten liefert http://www.investinfrance.de.

Für die Gründung der Firma und vor allem für die Ausarbeitung der notwendigen Verträge (Arbeitsverträge, Gesellschaftsvertrag) würde ich allerdings unbedingt einen geeigneten französischen Anwalt beauftragen, der alle notwendigen Formalitäten für 1500 - 2000 Euro erledigen sollte.
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Gellner
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Dienstag 14. Dezember 2004, 13:23

Hallo,

warum gleich eine Niederlassung ?.
Eine solche Struktur kostet Geld und ist nicht unbedingt notwendig.
Ich habe schon für mehrere deutsche Firmen im technischen Vertrieb in Frankreich gearbeitet, ohne hier eine eigene Struktur zu haben. Du kannst ohne Probleme ein Büro in Frankreich eröffnen, ohne gleich eine SARL oder sonstiges zu gründen. Eine Anmeldung des Mitarbeiters über einen Steuerberater (Anmeldung ca. 300 €, monatliche Lohnabrechungen ca. 20 €) bei den Sozialversicherungen reicht aus. Du musst dann nur dafür Sorgen, die Sozialabgaben und natürlich das Gehalt pünktlich zu überweisen. Steuerlich ist es kein Problem einen deutschen Firmenwagen in Frankreich zu fahren, da keine Struktur in Frankreich besteht . Lohnkosten, Reisekosten und sonstige Kosten, wickelst du über die deutsche Buchhaltung ab. Allerdings darf dieser Mitarbeiter keine Rechnungen ausstellen, die müssen aus Deutschland kommen. Du kannst aber ein Konto bei einer französischen Bank eröffnen, um deinen Kunden eine Überweisung nach Deutschland zu ersparen.

Also, gerade in der Anfangsphase ist eine solche Lösung im Hinblick auf Investitionen etc. eine sinnvolle Alternative, um dann später eine eigene Frankreichfiliale zu gründen.
Viel Glück.
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textspecht
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Mittwoch 15. Dezember 2004, 00:55

Die D-F-Handelskammer ist (wie alle IHKs...) eine sehr teurer und wenig effiziente Adresse. Wolfgangs Empfehlung < http://www.investinfrance.de > könnte da schon hilfreicher sein.
Kleinen und mittelständischen Betrieben empfehle ich gern die zweisprachige Website < http://www.schmeltz.de >.
Mit den kostenlosen Basisinformationen dieser Website kann oft sogar schon der deutsche Steuerberater weiterhelfen.
Ansonsten eben Schmeltz, ein D-F-sprachiges Büro für Steuerfragen und Unternehmensberatung mit Niederlassungen in Saarbrücken, Colmar und Mulhouse.

Ich wünsche viel Erfolg,
Heinz-Günter
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mabra
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Mittwoch 15. Dezember 2004, 11:55

Hallo Gellner,

danke für die Information. Im Prinzip stimmt das schon. Bei uns sieht das aber insofern etwas anders aus, als wir als Subunternehmer für franz. Elektroinstallationsunternehmen Montageleistungen (Kabelbahn-Montage) erbringen und mit einem franz. Hersteller auf diesem Gebiet zusammenarbeiten werden (der uns praktisch die Aufträge beschafft).

Da sollten wir doch schon in einiger Zeit (geplant ist ab Sommer 2005) eine Niederlassung haben. Bis dahin hat uns der Hersteller die Nutzung eines Büros in seinen Geschäftsräumen angeboten.

Wir suchen übrigens einen engagierten deutsch sprechenden Niederlassungsleiter und einige Monteure, die möglichst auch etwas deutsch sprechen. Der Sitz der Niederlassung soll Paris sein.

Falls du also für diese Jobs geeignete und qualifizierte Menschen kennst, würde ich mich sehr über eine Nachricht freuen.

Gruss
mabra
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mabra
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Mittwoch 15. Dezember 2004, 11:58

Hallo Heinz-Günter,

vielen Dank für die Hinweise. Mit Investinfrance stehe ich schon in Verbindung, aber der Tipp mit Schmeltz war super.

Vielen Dank. Hat mir sehr geholfen.

Werde mich mit der Firma in Verbindung setzen.

Gruss
mabra
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textspecht
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Donnerstag 16. Dezember 2004, 03:20

@mabra — Freut mich sehr und bestätigt frühere Erfahrungen. Habe gerade wieder einem eigenen Kunden den Geschäftsweg nach Frankreich via Schmeltz empfohlen, der günstiger und effizienter als mancher anderer sein dürfte.
Der kostet zwar auch Geld, führt aber rasch zu konkreten Ergebnissen und praktischen Partnern. Die IHK kannst Du hier wir immer ziemlich vergessen.

Beste Wünsche,
Heinz-Günter
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Gellner
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Donnerstag 16. Dezember 2004, 13:29

Hallo mabra,

bei Schmeltz hast du ja alle wichtigen Info's über die Steuerlage in Frankreich. Denke aber auch über die anderen Kosten nach, als Beispiel füge ich an:
Lohnnebenkosten von ca. 40% (gegenüber ca. 20% in Deutschland ist das schon erheblich).
Für Firmenwagen (leasing, Sprit, Maut etc.) und Reisekosten keine MwSt-Rückerstattung (MwSt von 19,6%).
Du brauchst aufgrund der Komplexität alleine schon bei den Lohn- und Gehaltsabrechnungen, einen kompetenten Steuerberater (Schmeltz z.B.), wenn es geht in der Nähe deiner Niederlassung.
Denke auch daran, dass die Gewerbesteuer (Taxe professionnelle) entsprechend des Ortes von 3-30% gehen kann und es viele Zuschüsse für Neugründungen in Frankreich gibt.
Paris ist im allgemeinen teuerer als die "Province" (Mieten, Lohnkosten ect.). Denke darüber nach, ob es unbedingt Paris sein muss, Orte wie Orléans z.B. sind eine Stunde von Paris.
Wie du siehst, sind viele Punkte zu beachten, dafür solltest du tatsächlich einen Mitarbeiter suchen, der dir den grössten Teil dieser Sachen abnehmen kann und sich in der Zusammenarbeit mit uns Deutschen auskennt.
Aber diese Mitarbeiter sind aufgrund der Zweisprachigkeit und der Erfahrung im deutsch/französischen Kontext im Vergeich ziemlich teuer und nicht einfach zu finden.
Kannst mich ja mal per mail kontaktieren (mgellner@wanadoo.fr) und eine Kurzbeschreibung deines Stellenangebotes für den Niederlassungsleiter zukommen lassen mit groben Gehaltsangaben (vielleicht bin ich interessiert).
Ich hoffe dir geholfen zu haben.

Matthias
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mabra
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Donnerstag 16. Dezember 2004, 20:09

Hallo Matthias,

danke für die weiteren interessanten Infos. Die Lohnzusatzkosten sind wirklich sehr hoch. Habe ich aber berücksichtigt. Wir gehen auch nicht direkt nach Paris, sondern nördlich.

Werde mich demnächst mal bei dir melden.

Bis dahin

alles Gute.

Manfred
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