Europa-zug ist längst in voller Fahrt

Forum für Existenzgründer, Selbständige, Unternehmen, Geschäftsempfehlungen etc.
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Michael Kuss
Beiträge: 85
Registriert: Dienstag 16. April 2002, 21:33
Wohnort: Frankreich

Montag 2. September 2002, 12:00

Auch ich finde, das Thema "Existenzgründungen, Selbstständige, Freiberufler" ist - auf Frakreich konzentriert - im Web unterrepräsentiert und sollte hier im Forunm als eigene Rubrik aufgenommen werden. Wenn keine Resonanz entsteht, kann man den Versuch ja wieder fallen lassen. Meine Erfahrung ist, der Zug deutscher Selbstständiger und Freiberufler nach Frankreich hat sich gerade erst richtig in Bewegung gesetzt, mehr und mehr wollen Frankreich nicht nur als typisches Urlaubsland oder Rentnerdasein, sprich: Altersruhesitz, benutzen, sondern suchen gezielt Infos und Kontakte für "feste berufliche Bindungen im Sektor Kleingewerbe". Und hier besteht eben die Schwierigkeit für vorhandene Foren: Solange der Bedarf für "neue" Informationsbedürfnisse noch nicht sichtbar manifestiert ist, solange werden sich die Foren-Inhalte eben mit Übersetzungen, Reisen, Schülerangelegenheiten, Privatkontakte, Hotels usw. befassen. Die haben ja auch alle ihre Berechtigung und Notwendigkeit. Aber, glaubt mir, mehr und mehr werden es in Zukunft Menschen sein, die die Flexibilitätsmöglichkeiten Europas wahrnehmen und in einem anderen Land eine berufliche Zukunft suchen. Grenzen und Entfernungen sind gesetzlich und politisch gefallen, jetzt müssen sie auch noch in unseren Köpfen fallen. Von Berlin nach München ist es nämlich weiter als von Saarbrücken nach Metz oder von Stuttgart nach Lyon. Wenn erstmal der - blöde psychologische - Hemmschuh "Ausland" und die Unterscheidung "Inland-Ausland" weg sind, werden sich Freiberufler überall in Europa niederlassen. Darauf habe ich mich beruflich längst eingestellt. Ein Beispiel für die rasante (und beinahe verschlafene) Entwicklung der letzten Jahre: Als ich vor zwanzig (!) Jahren meinen ersten Auslandsberufsratgeber deutschen Verlagen anbot, hieß es dort durch die Bank: "Das interessiert doch niemand! Deutsche gehen nicht zum Arbeiten ins Ausland, sondern nur zum Urlaub!" Ich war damals der Erste, der sich durchboxte und schließlich doch solche Ratgeber herausbrachte, und heute...? Die Welt dreht sich schneller als wir denken. Deshalb: Im Forum auch die Themen "Freiberufler, Selbstständige und Kleingewerbe". Das erweitert die Bandbreite, ohne die bisherigen Themen zu vernachlässigen.
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Michael Kuss
textspecht
Beiträge: 549
Registriert: Dienstag 27. August 2002, 13:32
Wohnort: Ardèche Sud

Montag 2. September 2002, 16:24

Michael Kuss schrieb:
... Meine Erfahrung ist, der Zug deutscher Selbstständiger und Freiberufler nach Frankreich hat sich gerade erst richtig in Bewegung gesetzt, mehr und mehr wollen Frankreich nicht nur als typisches Urlaubsland oder Rentnerdasein, sprich: Altersruhesitz, benutzen...
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Bonjour,

das kann ich aufgrund unserer Erfahrungen bei der Immobiliensuche Ende vorigen und Anfang diesen Jahres in Südfrankreich nur unterstreichen. Die heute fast selbstverständliche Nutzung des Internet hat ganz wesentlich dazu beigetragen, daß gerade für beratende wie gestaltende Berufe und natürlich die schreibende Zunft der Standort fast (!) nebensächlich wird.

Ein Frankfurter Kunde, den ich bisher von Freiburg aus betreue (zu 98 % per Internet und Fax), äußerte zunächst Bedenken, künftig vom fernen Südfrankreich aus bedient zu werden. Bis ich ihm deutlich machen konnte, daß die Entfernung quasi nur in seinem Denken existiert. Denn er hat mich auch in meinem Freiburger Büro nie aufgesucht, tatsächlich hätte ich auf Samoa leben können, ohne daß es ihm weiter aufgefallen wäre.
Da wirkt noch dieses tradierte Denken nach: Man muß seine Leute täglich unter Kontrolle haben, sonst schaffen sie nix... — Was natürlich Unsinn ist, wenn man mit freien Kräften kooperiert, die ohnehin nicht für Anwesenheit, sondern für ihre Leistung honoriert werden.

In die DOM-TOMS, die tiefen Täler der Pyrenäen oder den Schnee der Auvergne sollte man sich allerdings nicht gerade zurückziehen, wenn man Kunden in der "alten Heimat" betreuen will. Wenn man erst einen halben Tag Anreise zu Autobahn, TGV-Bahnhof oder Airport hat, kann es kritisch werden, wenn der Kunde in Deutschland einen wirklich mal kurzfristig live & in Farbe auf der Matte sehen muß.

Gruß, Heinz-G. Specht
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Frank Hoven
Beiträge: 9
Registriert: Dienstag 15. Oktober 2002, 10:06
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Mittwoch 5. März 2003, 22:08

hi forums-aktivisten!
- dieses thema ist gegenstand meiner entscheidung, nach frankreich zu gehen!
- da ich als programmierer und anbieter von b2b und b2c, relativ orts-unabhaengig bin, fiel mir diese entscheidung auch nicht schwer - ich hoffe nur, meinen deutschen kunden werden es genauso sehen, denn die werden weiterhin von hamburg aus bedient...nur nicht mehr von mir - jedenfalls nicht persoenlich!

- was ich als problem ansehe, wird die art der kundengewinnung in frankreich sein, da ich mich zwar in deutschland gut mit dem hiesigen intranet, in frankreich derzeit jedoch noch nichts ueber betriebe weiss, die content-management, shop-systeme o.ä. nutzen bzw. deren potenzial!

- da sich meine kapazitaeten auch auf das erstellen u. vergeben von werbemedien (banner, ads...) ausdehnen, werde ich mich auch noch mit dem franz. werberecht auseinandersetzen muessen!

- ich denke, dass gerade die klassische akquise, wie auch die mail- oder briefwerbung, reges interesse bei vielen existenz-gruendern in frankreich finden wird!

...ich fuer meine person, werde solche informationen derzeit foermlich aufsaugen!
- in diesem sinne...tief einatmend
frank hoven
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Frank Hoven
Beiträge: 9
Registriert: Dienstag 15. Oktober 2002, 10:06
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Donnerstag 6. März 2003, 09:45

...nochmal drangehaengt:

<<<- ich denke, dass gerade die klassische akquise, wie auch die mail- oder briefwerbung, reges interesse bei vielen existenz- gruendern in frankreich finden wird!>>>

-ich meine natuerlich nicht diese werbemedien ansich, sondern informationen ueber mittel u. wege solcher werbeformen :))
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angi res
Beiträge: 38
Registriert: Samstag 21. September 2002, 08:48
Wohnort: Schweiz/Montlucon

Freitag 7. März 2003, 08:15

anmerkung zu textspecht......ich muss mich entschieden gegen ihre aussage stellen wonach die auvergne abgelegen sei und schwierig zu erreichen...Ich wohne selbst da und habe zb,zur autobahn gerade mal 5 minuten zum flughafen 45 minuten nach paris 3stunden und nach bordeaux 3.5 stunden,ebenso in die provence.....Also idealer könnte ein standort wirklich nicht sein,und trotzdem leben wir inmitten der natur....die vorteile der auvergne eben.....Ach ja und ich kenne keine region in frankreich wo sie einen halben tag anreise zur autobahn oder tgv linie haben..Ausnahme die überseedepartements..In diesem sinne ein auvergne liebhaber........
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